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Sozialgeschichte der spanischen Literatur in Deutschland

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Martin Franzbach

Der Autor untersucht die Beziehungen der spanischen zur deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In einer Reihe von Einzeldarstellungen und nach Jahrhunderten gegliedert ergibt sich ein abwechslungsreiches Panorama mit umfassenden Bibliographien. Das Buch thematisiert unter anderem Grimmelshausen und Harsdörffer, die Maurophilie Herders, Spanienbilder bei Lessing, Schiller, Goethe und Heine sowie die Rezeption des Theaters García Lorcas und die Kreation eines Bestsellers am Beispiel von Javier Marías.

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Mittelalter und Frühkapitalismus

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Die Rolle der christlichen Völker auf der Iberischen Halbinsel war die von Vermittlern zwischen Orient und Okzident. Karl der Große gründete 778 die „Spanische Mark“ von Toulouse bis zum Ebro. Der legendäre Tod Ro- lands, einer der zwölf Paladine und Neffe Karls, im Tal von Roncesvalles, im Kampf gegen die Basken, gab dem altfranzösischen anonymen Heldenepos La chanson de Roland, entstanden wahrscheinlich um 1100, den histori- schen Hintergrund. Es herrschten rege wirtschaftliche und politische Beziehungen zwischen der arabischen und der christlichen Welt auf der Iberischen Halbinsel und Nordeuropa. Bekannt ist der Einfluss der Etymologiae (auch unter dem Titel Origines) des Bischofs und Kirchenlehrers Isidor von Sevilla im 7. Jahrhundert. In diesen 20 Büchern (Nachdruck 1985) ist das ganze Wissen seiner Zeit ausgebreitet. Sein heute rassistischer Trinitätstraktat De fide catholica contra Iudaeos wurde im 8. Jahrhundert als Propagandaschrift im Umkreis Alkuins ins Althochdeutsche übertragen. Schon 973 reiste der Araber Ibn Achmed mit einer Gesandtschaft des Kalifen von Córdoba zu Kaiser Otto dem Großen und ritt mit einer Delegation auf der Suche nach kostengünstigem Salz auch durch Magdeburg und Soest. In der bedeutenden Übersetzerschule von Toledo (13. Jahrhundert) Alfons' des Weisen, die zu einem christlich-jüdisch-islamischen Kulturzentrum ers- ten Ranges wurde, arbeitete wahrscheinlich auch ein Deutscher. Während des Interregnums (1256–1273 ) wurde Alfons der Weise im Jahre 1257 so- gar zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gewählt, weil er der Sohn von Beatrix von Schwaben war....

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