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Sozialgeschichte der spanischen Literatur in Deutschland

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Martin Franzbach

Der Autor untersucht die Beziehungen der spanischen zur deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In einer Reihe von Einzeldarstellungen und nach Jahrhunderten gegliedert ergibt sich ein abwechslungsreiches Panorama mit umfassenden Bibliographien. Das Buch thematisiert unter anderem Grimmelshausen und Harsdörffer, die Maurophilie Herders, Spanienbilder bei Lessing, Schiller, Goethe und Heine sowie die Rezeption des Theaters García Lorcas und die Kreation eines Bestsellers am Beispiel von Javier Marías.

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Das 19. Jahrhundert

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Grundzüge der Spanienbilder im 19. Jahrhundert Auch im 19. Jahrhundert muss man nach den jeweiligen Interessen von unterschiedlichen Spanienbildern ausgehen. Neben wirtschaftlichen, politischen oder kulturellen Zielen haben sich miteinander verbundene Spanienbilder herausgebildet, die von der Basis her aufgebaut wurden. Im Vorfeld der Unabhängigkeit der lateinamerikanischen Staaten fand aus hauptsächlich kommerziellen Gründen das Spanische als Wahlfach an den Schulen der Hansestädte Hamburg und Bremen Eingang. Mit der institutionellen Verankerung der Romanistik und der Vergleichenden Literaturwissenschaft begann eine neue Epoche in den deutsch-spanischen Kulturbeziehungen. Die Französische Revolution und ihre Ausläufer, die Napoleonkriege und die politische Neuordnung Europas bis zum „Kultur- kampf“ gegen Ende des 19. Jahrhunderts blieben nicht ohne Rückwirkung auf die deutsch-spanischen Kulturbeziehungen. Die Zunahme der Buchproduktion, die Vergrößerung der Leserschichten im bürgerlichen Lager, die Investitionen in den Kultursektor, die soziopoli- tischen Strukturbedingungen und Entwicklungsprozesse führten langfristig auch zu einer Vielfalt der Spanienbilder in Deutschland. Die preußischen Reformen und die Militarisierung der Gesellschaft hatten trotz aller guten Intentionen das Erstarken rechtskonservativer Kreise im Schlepptau. Sie waren Folge der wirtschaftlichen Entwicklung während der Kriegsära der Revolution und der Maßnahmen Napoleons. Der liberale Nationalismus trieb viele linksgerichtete Intellektuelle ins ausländische Exil. Die Thesen Friedrich Schlegels (1772–1829), eines der Protagonisten der deutschen Frühromantik, Ernst Moritz Arndts (1769–1860) und Friedrich Ludwig Jahns (1778–1852) wurden lebhaft diskutiert, selbst wenn der von vielen gewünschte deutsche Einheitsstaat noch eine Utopie blieb. Die changierenden Spanienbilder reichten von der...

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