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Die Heiratspolitik der Welfen von 1235 bis zum Ausgang des Mittelalters

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Frederieke M. Schnack

Ehe- und Familienpolitik – für Dynastien des mittelalterlichen Hochadels war dies ein wichtiges Aktionsfeld mit Einfluss auf den Fortbestand der Familien sowie den Rang und die politischen Handlungsoptionen. Vor diesem Hintergrund analysiert die Autorin die Heiratspolitik der Welfen im Spätmittelalter. Sie untersucht für die verschiedenen Linien der Dynastie, welche Ausrichtung der Heiratsverbindungen erkennbar ist und unter welchen politischen Gesichtspunkten die Ehen geschlossen wurden. Dies ermöglicht detaillierte Erkenntnisse zu den Handlungsspielräumen der welfischen Dynastie sowie zu ihrer Stellung im Reichsfürstenstand.

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3. Die Ausgangssituation: Welfische Herrschaft zu Beginn des 13. Jahrhunderts

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11 3. Die Ausgangssituation: Welfische Herrschaft zu Beginn des 13. Jahrhunderts 3.1 Rückblick: Krise der welfischen Herrschaft nach 1180 Bis 1180 war es den Welfen gelungen, ihr hohes herzogliches Prestige sowohl in machtpolitischer als auch in territorialer Hinsicht so zu manifestieren und auszubauen, dass Heinrich der Löwe vor seinem Sturz über ein Herrschaftsge- biet mit immenser Ausdehnung im Norden und Süden des Reiches verfügte.18 Im Zuge seines Zerwürfnisses mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa zog die- ser jedoch sämtliche welfische Reichslehen ein19 und zerschlug das große Herrschaftsgebiet in kürzester Zeit fast vollkommen. In standesrechtlicher Hinsicht waren die Konsequenzen dieses Geschehens noch größer: Mit den Lehen büßte Heinrich auch die Herzogswürde und die Zugehörigkeit zum reichsfürstlichen Stand ein, sodass er in der Rangfolge der Herrschaftsträger des Reiches fortan nur noch als Edelfreier galt.20 Infolge der Gebietsverluste, die der Kaiser bis zur endgültigen Unterwerfung Heinrichs im November 1181 mit Kriegszügen durchsetzte, blieb vom einst immensen welfischen Herr- schaftsgebiet nur noch ein vergleichsweise kleines, über vorteilhafte dynasti- sche Verbindungen21 ererbtes Eigengut in der Region um Braunschweig übrig. Will man die Ausgangslage der welfischen Herrschaft beim Regierungsantritt Ottos I. zwei Generationen später analysieren, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie Heinrich der Löwe und seine Söhne auf die Folgen der Ereignisse 18 Die gesamte Literatur zum welfischen Herrschaftsausbau bis zu Heinrich dem Löwen kann und soll an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden. Einen sehr guten...

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