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Der Erste Weltkrieg in der australischen Geschichtskultur

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Fabian Münch

Der Autor untersucht die übergeordnete Rolle, die der Erste Weltkrieg in der «kurzen» Geschichte Australiens spielt. Dieser Krieg und der in seiner Folge entstandene Anzac-Mythos besitzen seit der Landung australischer Truppen auf der Gallipoli-Halbinsel am 25. April 1915 eine herausgehobene Stellung im Geschichtsbewusstsein vieler Australierinnen und Australier. Das Buch zeigt auf, wie sich dies in der Geschichtskultur des Landes manifestiert hat. Der Autor analysiert den diachronen Wandel der Objektivationen des Geschichtsbewusstseins (beispielsweise Gedenktage, Denkmale oder Filme) und ermöglicht so ein besseres Verständnis der Geschichte und Kultur Australiens.

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3. Australien und der Erste Weltkrieg

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3.1 Der Kriegseintritt Australiens Mit der offiziellen Kriegserklärung Großbritanniens an die Mittelmächte am 4. August 1914 befand sich Australien zusammen mit den anderen britischen Dominions im Krieg, denn obwohl das Land seit der Federation von 1901, d. h. dem Zusammenschluss der australischen Staaten zum Com- monwealth of Australia, weitgehende innenpolitische Souveränität erlangt hatte, war es außenpolitisch weiterhin von London und dem britischen Empire abhängig.1 Allerdings konnte das Land entscheiden, in welchem Umfang es sich an dem bevorstehenden Krieg beteiligen wollte. Während des Wahlkampfes im Sommer 1914 erklärten sowohl der damalige Premi- erminister Joseph Cook als auch sein Gegenkandidat von der Labor- Party Andrew Fisher ihre Loyalität zum Empire und ihren Willen, dasselbe zu verteidigen.2 So sagte Cook in einer Wahlkampfrede am 1. August: Whatever happens, Australia is part of the Empire to the full. Remember that when the Empire is at war, so is Australia at war. […] I want to make it quite clear that all our resources in Australia are in the Empire and for the Empire, and for the preservation and the security of the Empire.3 Und Fisher betonte: „Australians will stand beside our own to help and de- fend her [Anm.: das britische Empire] to our last man and our last shilling”. Die allgemeine Stimmung beurteilte der Historiker Earnest Scott 1936, also 18 Jahre nach Kriegsende, folgendermaßen: A survey of organs of opinion and of the political speeches delivered during the campaign makes it clear that...

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