Show Less

Gewerbe- und Berufsrecht im Spannungsfeld zum Insolvenzverfahren

Series:

Hanno Koerfer

Die Zielsetzung des Insolvenzverfahrens erschöpft sich nicht alleine in der effektiven Befriedigung der Gläubiger. Seine Aufgabe ist ebenso, insolvente Unternehmen zu sanieren und redliche Schuldner von ihren Verbindlichkeiten zu befreien. Um dieser Funktion auch im Gewerberecht Geltung zu verschaffen, hat der Gesetzgeber dem Insolvenzrecht durch Einführung des § 12 GewO Vorrang vor dem Gewerberecht eingeräumt. Anders als bei Gewerbetreibenden führt die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei zulassungsbeschränkten Freiberuflern regelmäßig zu einem Widerruf der Berufszulassung. Der Autor untersucht, inwieweit Gewerbe- und Insolvenzrecht durch § 12 GewO harmonisiert wurden und durch welche Maßnahmen die insolvenzrechtlichen Ziele auch bei Freiberuflern umgesetzt werden können.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Zweiter Teil.Die Insolvenz des Freiberuflers

Extract

117 Zweiter Teil Die Insolvenz des Freiberuflers Ebenso wie im Gewerberecht, sehen auch die Berufsordnungen der Freiberufler berufsrechtliche Konsequenzen bei fehlender Zuverlässigkeit des Berufsträgers vor. Wesentliches Zuverlässigkeitsmerkmal ist auch hier die wirtschaftliche Leistungsfä- higkeit. Dabei wären die Ziele des Insolvenzverfahrens gefährdet, wenn der Berufs- träger mit dem Eröffnungsbeschluss des Insolvenzgerichts die Zulassung verlieren würde. Denn eine effektive Gläubigerbefriedigung und Sanierung des insolventen Schuldners ist maßgeblich davon abhängig, dass die berufliche Tätigkeit weiter ausgeübt werden kann. Zu untersuchen ist, ob bzw. unter welchen Voraussetzungen dem jeweiligen Berufsträger die Zulassung infolge der Eröffnung des Insolvenzver- fahrens entzogen werden kann. Im zweiten Schritt muss geklärt werden, welche Möglichkeiten sowohl auf Seiten des Insolvenzverwalters, als auch auf Seiten des Schuldners bestehen, den Widerruf der Zulassung abzuwenden. Maßgebliche Be- deutung wird dabei auch der Frage zukommen, ob die bestehenden Möglichkeiten in der Praxis tatsächlich umsetzbar sind. Die Untersuchung behandelt dabei die Be- rufsgruppe der Rechtsanwälte, der Steuerberater, der Notare, der Wirtschaftsprüfer, der Architekten und der Ärzte. A. Berufsrechtliche Auswirkungen im Falle der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens Die Berufsrechte der Freiberufler sind nicht einheitlich in einem Gesetz, sondern in unterschiedlichen Berufsordnungen geregelt. Gemeinsam ist den Berufsordnun- gen der Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare, Wirtschaftsprüfer, Architekten und Ärzte, dass die Aufnahme der entsprechenden Tätigkeit von unterschiedlichen Zu- lassungsvoraussetzungen abhängig und insoweit zulassungsbeschränkt ist. Dabei ist die Tätigkeit als Rechtsanwalt von...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.