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Steuerung von Corporate Social Responsibility durch Recht

Der normative Rahmen der Unternehmensverantwortung im europäischen und globalen Raum

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David Wolfmeyer

Der Appell an Unternehmen, ihrer «Verantwortung» gerecht zu werden, ist ebenso alt wie aktuell. Bereits seit einiger Zeit wird über Ausmaß und Konzeption unternehmerischer Verantwortungsübernahme unter dem Begriff «Corporate Social Responsibility» (CSR) diskutiert. CSR wurde dabei lange in einem nicht-rechtlichen, weil «freiwilligen» Bereich verortet und gerade als (globale) Alternative zur hoheitlichen Regulierung verstanden. Zuletzt haben jedoch auch staatliche und überstaatliche Stellen die Dynamik der Thematik aufgegriffen, sodass vermehrt von einer «Verrechtlichung» der CSR gesprochen wird. Diese These greift das Buch auf, indem es das vielfältige Normenmaterial der CSR-Politik identifiziert und strukturiert und damit einen Zugang zu einer rechtlichen Betrachtung der Thematik schafft.

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A. Einleitung

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1A. Einleitung Fragen nach der Verantwortung von Unternehmen in Zeiten einer sich zuneh- mend globalisierenden Wirtschaft sind von großer Aktualität. Am 24. April 2013 ereignete sich in Sabhar die bislang schwerwiegendste Industriekatastrophe in der Geschichte von Bangladesch, als der Gebäudekomplex des „Rana Plaza“ einstürzte und dabei mehr als 1.120 Menschen starben und weitere 2.400 verletzt wurden. Bei den Opfern handelte es sich überwiegend um Arbeiterinnen, die in einer der vielen im Gebäude untergebrachten Textilfabriken Kleidung für zumeist amerikanische und europäische Modeunternehmen produziert hatten. Unter dem massiven öffent- lichen und politischen Druck sahen sich diese international agierenden Unterneh- men dazu gedrängt, kurzfristig ein „Abkommen zum Brand- und Gebäudeschutz in Bangladesch“1 zu unterzeichnen, das die meisten von ihnen vor der Katastrophe noch abgelehnt hatten. Der Einsturz des Rana Plaza reiht sich ein in eine Kette von in der Öffentlichkeit stark wahrgenommenen und diskutierten Skandalen, bei denen es zumeist um ein unter sozialen oder ökologischen Aspekten fragwürdiges Unternehmenshandeln in Schwellen- und Entwicklungsländern geht. In besonders gravierenden Fällen sehen sich Unternehmen gar dem Vorwurf der Verletzung von Menschenrechten ausgesetzt. Ähnlich wie vergleichbare frühere Fälle löste auch die Katastrophe von Sabhar eine intensive Diskussion über die weltweiten Arbeits- und Produktions- bedingungen und über die damit verbundene „Verantwortung“ multinationaler Unternehmen aus. Jenseits der öffentlichen Diskussion über „unverantwortliches“ unternehme- risches Handeln schlägt sich die Forderung nach „Unternehmensverantwortung“ vor allem im Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) nieder. „CSR“ hat sich...

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