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Steuerung von Corporate Social Responsibility durch Recht

Der normative Rahmen der Unternehmensverantwortung im europäischen und globalen Raum

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David Wolfmeyer

Der Appell an Unternehmen, ihrer «Verantwortung» gerecht zu werden, ist ebenso alt wie aktuell. Bereits seit einiger Zeit wird über Ausmaß und Konzeption unternehmerischer Verantwortungsübernahme unter dem Begriff «Corporate Social Responsibility» (CSR) diskutiert. CSR wurde dabei lange in einem nicht-rechtlichen, weil «freiwilligen» Bereich verortet und gerade als (globale) Alternative zur hoheitlichen Regulierung verstanden. Zuletzt haben jedoch auch staatliche und überstaatliche Stellen die Dynamik der Thematik aufgegriffen, sodass vermehrt von einer «Verrechtlichung» der CSR gesprochen wird. Diese These greift das Buch auf, indem es das vielfältige Normenmaterial der CSR-Politik identifiziert und strukturiert und damit einen Zugang zu einer rechtlichen Betrachtung der Thematik schafft.

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C. Begriff, Entwicklung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der CSR

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13 C. Begriff, Entwicklung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der CSR Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den rechtlichen Rahmenbedingungen des Konzepts der CSR setzt zunächst eine Bestimmung dessen Inhalts voraus. Was im Einzelnen von der „Corporate Social Responsibility“ erfasst wird, ist umstritten. Die folgende Darstellung nähert sich der CSR daher zunächst terminologisch an, zeigt bestehende Definitionen auf und grenzt das Konzept von nahestehenden Begriffen ab (Abschnitt II.). Zu einer weiteren Bestimmung von Begriff und Inhalt trägt die Darstellung der historischen Entwicklung der CSR bei (Abschnitt III.). Diese wird schließlich ergänzt durch einen Blick auf die betriebswirtschaftliche Auseinander- setzung mit der Thematik der Unternehemensverantwortung (Abschnitt IV.). I. CSR als entwicklungsoffenes Konzept „CSR“ hat sich zum globalen Leitbegriff der Diskussionen um die Unternehmensver- antwortung entwickelt. Insbesondere der Prozess der Globalisierung hat der Thematik bis dahin ungeahnte Impulse verliehen.47 Dem bereits skizzierten zugewonnenen unternehmerischen Machtpotenzial48 wird seitens der Gesellschaft durch eine ge- steigerte Erwartungshaltung begegnet. Vor allem NGOs formulieren diese Erwar- tungen öffentlich, aber auch andere Stakeholder-Gruppen wie etwa Medien und der „mündige“ Verbraucher stellen zum Teil hohe Ansprüche an das unternehmerische Handeln.49 Diese Entwicklung resultiert für viele Unternehmen in einer „Erweite- rung des Handlungskontextes über den Markt hinaus und verstärkt in Politik und Gesellschaft hinein.“50 Damit ist die CSR, die vor Jahren noch als Nischenthema galt, heute im Zentrum der Gesellschaft angekommen: Internationale Organisationen51 verfassen Richtlinien, Regierungen entwerfen nationale CSR-Aktionspläne, Arbeit- geberverbände ebenso wie Gewerkschaften publizieren Studien und Gutachten, NGOs werben auf...

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