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Tätertypologien in der Wirtschaftskriminologie

Instrument sozialer Kontrolle

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Julia Hugendubel

Die präventive Tätertypenbestimmung gilt als effektives Instrument, um Wirtschaftskriminalität zu unterbinden. Vernachlässigt wird dabei jedoch eine Reihe von Nebeneffekten, wie etwa eine ungerechtfertigte Vorverurteilung von Personen. Die Untersuchung konzentriert sich daher auf die Frage, ob Wirtschaftsstraftätertypologien als Instrument sozialer Kontrolle fungieren können. Mit der qualitativen Inhaltsanalyse erfasst die Autorin theoretische wie empirische Studien zur Bestimmung von Wirtschaftsstraftätertypen und zeigt auf, welche Bedeutung Compliance-Maßnahmen in diesem Zusammenhang für die Prävention von Wirtschaftskriminalität haben. Darauf basierend diskutiert sie die Aussagekraft einer Wirtschaftsstraftätertypenbestimmung und prüft diese auf unternehmenspolitische Risiken. Die abschließenden konkreten Handlungsempfehlungen geben wertvolle Impulse für die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität in der Unternehmenspraxis.

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B. Theoretischer Bezugsrahmen, methodisches Vorgehen und zentrale Begriffe der Untersuchung

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25 B. Theoretischer Bezugsrahmen, methodisches Vorgehen und zentrale Begriffe der Untersuchung Nachfolgend werden der theoretische Bezugsrahmen und das methodische Vor­ gehen aufgezeigt für die Untersuchung der Frage, wie Wirtschaftsstraftätertypo­ logien als Instrument sozialer Kontrolle fungieren und welche Auswirkungen damit verbunden sind. Daran anschließend wird auf die für die Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes relevanten Begriffsbestimmungen eingegangen. I. Theoretischer Bezugsrahmen und methodisches Vorgehen Grundsätzlich kann zwischen einem ätiologischen und einem konstrukti­ vistischen Forschungsparadigma in der Kriminologie differenziert werden. Während nach ersterem Kriminalität für gegeben erachtet und aus einer natur­ wissenschaftlichen Perspektive die Persönlichkeit und das Verhalten des Täters ergründet wird, zielt letzteres auf die Analyse der Kriminalisierungsprozesse, die dazu führen, dass eine Person kriminell wird.30 Innerhalb dieser Forschungsparadigmen werden eine Vielzahl von Krimi­ nalitäts­ und Kriminalisierungstheorien zur Erklärung von Devianz verortet.31 David Garland, einer der einflussreichsten Kriminologen der Gegenwart im Bereich der Verbrechenskontrolle, unterscheidet in seinem Buch „Kultur der Kontrolle“32 die „Kriminologie des Anderen“ und die „Kriminologie des Alltags“. Die „Kriminologie des Anderen“ wird als Phänomen von öffentlichkeitswirk­ samen extremen Strafen beschrieben, die auf „Bilder, Archetypen und Ängste“ setzt, die Ursachenanalyse von Straftaten in den Hintergrund drängt und in „dem kriminellen Typus“ selbst die Auslöser für Kriminalität sieht. Kennzeichnend für 30 Vgl. Singelnstein, Diskurs und Kriminalität, 2009, S. 13, 29. 31 Vgl. zur grundlegenden Unterteilung kriminologischer Theorien in Kriminalitäts­ und Kriminalisierungstheorien, Kunz, 4. Aufl. (2004), Kriminologie, S. 101. 32 Das...

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