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Unbeschränkte Gesellschafterhaftung und Gläubigerschutz

Eine ökonomische Betrachtung des Haftungssystems der Personengesellschaften

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Lisa Pfaffinger

Das Haftungssystem der Personengesellschaften gehört zu den umstrittensten Fragen des deutschen Gesellschaftsrechts. Unter zentraler Berücksichtigung ökonomischer Erkenntnisse geht die Autorin im Rahmen einer tiefgreifenden und detaillierten Analyse und Bewertung des Haftungssystems der Personengesellschaften der Frage nach, ob die unbeschränkte, persönliche Haftung der Gesellschafter ein allgemeingültiges Modell für alle Personengesellschaften darstellt, um opportunistisches Verhalten von Gesellschaftern zu Lasten von Gesellschaftsgläubigern zu verhindern. Die Untersuchung umfasst die Fragen, wie sich gesetzliche und privatautonome Haftungsbeschränkungsmöglichkeiten zu einem derartigen Modell verhalten und welche Auswirkungen eine ökonomische Betrachtung der Haftung auf das Innenverhältnis der Gesellschafter hat.

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Kapitel 5: Zusammenfassung der Ergebnisse

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261 Kapitel 5: Zusammenfassung der Ergebnisse Den Gegenstand der vorliegenden Arbeit bildet die Untersuchung der Haftung der Gesellschafter von Personengesellschaften. Unter zentraler Berücksichtigung öko- nomischer Erkenntnisse wurde der Frage nachgegangen, ob die unbeschränkte persönliche Haftung der Gesellschafter ein allgemein gültiges Modell für alle Per- sonengesellschaften ist und wie sich gesetzliche und privatautonome Haftungsbe- schränkungsmöglichkeiten zu einem derartigen Modell verhalten. Als Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich folgende Erkenntnisse festhalten: I. Erkenntnisse aus Kapitel 2 1. Das Gesellschaftsrecht lässt sich als (dispositive) vertragliche Standardregelung der Beziehung zwischen den Gesellschaftsbeteiligten verstehen. Dabei kommt dem Gesellschaftsrecht eine transaktionskostensenkende und lückenfüllende Aufgabe zu, die sich aus der zwingenden Unvollständigkeit des Gesellschafts- vertrages ergibt. 2. Darüber hinaus ermöglicht das Gesellschaftsrecht die effiziente Trennung und Abschirmung von Vermögensmassen. Das sogenannte affirmative asset par- tioning bzw. entity shielding, das die Abtrennung eines zu einem bestimmten Zweck reservierbaren Haftungsfonds und den Schutz dieses Haftungsfonds vor einem (direkten) Zugriff der Privatgläubiger der an dem Haftungsfonds Beteiligten beschreibt, gewährt einen Effizienzgewinn bei der Verfolgung dieses Zwecks, der allein durch privatautonome Vereinbarungen nicht zu erreichen wäre. Der Effizienzgewinn ergibt sich aus der Senkung von Kreditkosten, die auf der Senkung der Überwachungskosten, der Vereinfachung der Kapitalge- winnung und Kapitaldiversifizierung sowie der Senkung von Insolvenzkosten basiert. 3. Die Idee eines verselbständigten Sondervermögens liegt im deutschen Recht nicht nur der juristischen Person, sondern auch den Personengesellschaften und ihrem Gesamthandsprinzip zu Grunde. Das Vermögen der nach...

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