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Haftungsprivilegierung der Geschäftsleitung durch fachkundige Beratung

Entwicklung eines gesellschaftsrechtlichen Vertrauensgrundsatzes unter Berücksichtigung anglo-amerikanischen Rechts

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Björn Müller

Das Buch beschäftigt sich mit der Haftungsprivilegierung der Geschäftsleitung durch fachkundige Beratung. Geschäftsleiter von Kapitalgesellschaften sind auf praxisnahe Enthaftungsmethoden angewiesen. Hierzu greifen sie regelmäßig auf fachkundige Berater zurück. Ziel der Untersuchung ist es, einen allgemeinverbindlichen Vertrauensgrundsatz im Kapitalgesellschaftsrecht zu entwickeln. Die dargelegten Anforderungen sollen dem ratsuchenden Geschäftsleiter eine Handlungsmaxime an die Hand geben, bei deren Befolgung er nicht vor risikobehafteten Geschäften zurückschrecken muss. Anglo-amerikanische Rechtsprechung und Literatur wird hierzu in die Untersuchung als Auslegungshilfe mit einbezogen.

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Kapitel 2: Grundlagen der Haftungsprivilegierung im Kapitalgesellschaftsrecht

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Kapitel 2: Grundlagen der Haftungsprivilegierung im Kapitalgesellschaftsrecht Die Geschäftsleitung einer Kapitalgesellschaft sieht sich allgemein einer stren- gen Haftung ausgesetzt. Da deren Geltendmachung in den letzten Jahren aus den noch darzulegenden Gründen zugenommen hat, ist das Bedürfnis der Geschäftsleitung nach wirksamen Enthaftungsmethoden gestiegen. Nach den aufzuzeigenden Pflichten der Geschäftsleitung stellt sich die Frage, in wie weit diese zur Erfüllung ihrer Aufgaben auf fachkundige Berater zurückgreifen darf und in welchen Fällen hierzu gar eine Pflicht besteht. Doch selbst wenn sich die Geschäftsleitung ordnungsgemäß beraten lässt, kann ein solcher Rat auch dann eine Haftung vermeiden, wenn sich der Rat als fehlerhaft herausstellt? A) Die Haftung der Geschäftsleitung Der kapitalgesellschaftsrechtlichen Organhaftung liegt das Prinzip der Haftungs- konzentration zugrunde.137 Demnach ist eine Haftung der Organmitglieder gegen- über Dritten regelmäßig ausgeschlossen. Für Gesellschaftsschulden haftet vielmehr die Gesellschaft als juristische Person. Nur ausnahmsweise kann ein Durchgriff auf Geschäftsleitungsmitglieder erreicht werden (sog. Außenhaftung).138 Entsteht einem Dritten aufgrund einer Handlung oder eines Unterlassens eines Organmit- glieds ein Schaden, ist die Gesellschaft hierfür regelmäßig verantwortlich. Denn den Gläubigern steht in diesem Fall grundsätzlich ein Anspruch auf Schadens- ersatz gegen die Gesellschaft zu, da die Gesellschaft für das Fehlverhalten ihrer Organe Dritten gegenüber in analoger Anwendung des §  31  BGB einzustehen hat.139 Haftet sie dem Dritten gegenüber, kann sie im Folgenden jedoch ggf. das 137 Im Rahmen der AG: Fleischer, Handbuch Vorstandsrecht, § 11 Rn. 1; Hölters, in: H...

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