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Zwischen Krieg und Hoffnung

Internierung der 2. polnischen Infanterieschützen-Division in der Schweiz 1940–45

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Miroslaw Matyja

Der Autor beschreibt Entstehung, Kampf und Internierung der 2. polnischen Infanterieschützen-Division und untersucht die völkerrechtlichen Grundlagen der Internierung. Historiker führen eine lebhafte Diskussion über die Rolle der polnischen Streitkräfte in Westeuropa im Zweiten Weltkrieg und nach dem Krieg. Bis dato behandelten sie jedoch die 2. polnische Infanterieschützen-Division, ihre Aktivität in der Schweiz sowie das Schicksal der internierten Soldaten und Offiziere nach dem Krieg nur marginal. Der Autor geht dieser eher untypischen Geschichte der militärischen Einheit im Vergleich zu anderen Einheiten der polnischen Streitkräfte im Westen nach.

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5. Internierung der 2. Infanterieschützen- Division in der neutralen Schweiz aufgrund des internationalen humanitären Völkerrechts

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5.1 Staatliche Neutralität 5.1.1 Recht der Neutralität – die ewige Neutralität Die neutralen Staaten stellen im internationalen Recht ein besonderes Kon- strukt dar� Der Terminus „Neutralität“ drückt im engen Sinne aus, dass ein Staat sich an bewaffneten Konflikten zwischen anderen Staaten nicht beteiligt� Von diesem Prinzip sind Verteidigungskriege ausgenommen, wobei militäri- sches Engagement in solch einem Fall nur dann zugelassen ist, wenn ande- re Staaten zuvor garantierten, dass sie keine Kriegshandlungen gegen einen zum Verteidigungskrieg gezwungenen Staat führen werden (vgl� Sutor 1972)� Die Neutralität umfasst im breiten Sinne einen Verzicht auf das Engagement in bewaffneten Konflikten, auf Militär- und Garantiebündnisse, auf Verträge über den Durchmarsch von Truppen und deren Stationierung auf dem Ge- biet eines neutralen Staates� Ein neutraler Staat ist also zur Nichtbeteiligung an bewaffneten Konflikten sowie zur Verweigerung von Hilfeleistung an die Kriegsparteien verpflichtet� Auf dem Gebiet eines neutralen Staates dürfen keine militärischen Einheiten der kriegführenden Staaten stationiert sein und keine Rekrutierung für deren Armeen stattfinden� Die kriegführenden Staa- ten sind ihrerseits verpflichtet, die territoriale Integrität der neutralen Staaten nicht zu verletzen� Alle Einheiten der kriegführenden Staaten, die die Grenze eines neutralen Staates übertreten, sollen entwaffnet und interniert werden� Die schweizerische Neutralität reicht, geschichtlich betrachtet, in das Jahr 1516 zurück, wobei sie völkerrechtlich erst 1815 auf dem Wiener Kongress anerkannt wurde� Sie wurde auch 1919 auf der Pariser Friedenskonferenz bestätigt (vgl� Bon- jour 1946)� Der Krieg gegen...

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