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Die Hofnachfolge als Vorbild für die Unternehmensnachfolge

Reformüberlegungen, höferechtliche Tendenzen, Kautelarjurisprudenz

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Anne-Lena Brinkmann

Das Buch umfasst eine Analyse des landwirtschaftlichen Erbrechts im Vergleich mit der Vererbung von Unternehmen. Es leistet einen Beitrag zur theoretischen Diskussion über die erbrechtliche Privilegierung von Unternehmen sowie zur Erarbeitung eines Unternehmenserbrechts de lege ferenda nach dem Vorbild des Höferechts. Der Grundsatz der Gleichbehandlung von landwirtschaftlichen Betrieben und sonstigen Unternehmen im Erbrecht spielt dabei neben den rechtspolitischen Erwägungen eine besondere Rolle. Die Sondererbfolge für Unternehmen wird entwickelt. Im Mittelpunkt steht die angemessene Verteilung der Abfindungs- und Pflichtteilslast zwischen dem Unternehmenserben und den weichenden Pflichtteilsberechtigten.

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Kapitel 5 Entwicklungen im französischen Erbrecht

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Ein Vergleich mit den historischen Entwicklungen im französischen Erbrecht könnte Anregungen für die Erarbeitung eines Unternehmenserbrechts in Deutschland bieten. A. Die historische Entwicklung des landwirtschaftlichen Erbrechts in Frankreich I. Code Civil von 1804 Die Revolutionäre wollten in den Zeiten der französischen Revolution durch die Real- teilung Erbschaften zersplittern, um die Verkehrsfähigkeit des Bodens zu steigern1042. Diese Zersplitterung führte hingegen zu unwirtschaftlichen Kleinbetrieben, zu einem großen volkswirtschaftlichen Schaden und zu einer verstärkten Landflucht. Der Code Civil wurde in dieser Zeit als „die Maschine, um Erdboden zu zerhacken“ bezeichnet. Gemäß Art. 832 Abs. 2 CC a.F. sollte bei der gerichtlichen Auseinander- setzung der Erbengemeinschaft zwar – soweit möglich – vermieden werden, dass die Erbschaft zerstückelt und die Betriebe aufgeteilt werden, aber die Rechtsprechung wendete die dort genannten Ausnahmen selten an1043. Anhand der Notarregister von Paris ließ sich jedoch in der Praxis die gegen- läufige Tendenz erkennen, dass sich Miterben häufig freiwillig über längere Zeit zusammenschlossen, um die Zersplitterung der Erbschaft zu verhindern. II. Entwicklungen des Code Civil im 20. Jahrhundert Die Realteilung wirtschaftlicher Einheiten führte in vielen Fällen zur Überschuldung der Betriebe nach dem Erbfall1044. Der französische Gesetzgeber erließ daher seit 1938 besondere Vorschriften für die Vererbung landwirtschaftlicher Betriebe, um die Zerschlagung im Erbfall zu verhindern und die Fortführung des Hofes nach dem Tod des Erblassers zu ermöglichen. Der Gesetzgeber wählte das Zuweisungsverfahren, um die Vererbung von Betrieben an geeignete Miterben zu erm...

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