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Bühnenkämpfe

Autor-Dramaturgen in der frühen DDR: Brecht, Kipphardt, Hacks

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Silke Flegel

Die theaterwissenschaftliche Studie reflektiert die Aufgabenstellung, Funktion und Problematik der Dramaturgen im Spannungsfeld von Theaterkunst und Kulturpolitik in der DDR. In der konzeptuellen «Denkfigur» des «Autor-Dramaturgen» beleuchtet sie zugleich zentrale Aspekte dieser besonderen Theatergeschichte. Die am konkreten theaterhistorischen Bühnengeschehen entwickelten Befunde werden mit interpretativen Zugriffen innerhalb dieses Spannungsfelds verortet, in der Denkfigur des Autor-Dramaturgen gewinnen sie ihren übergreifenden Anspruch. Mit der Charakterisierung von Brecht, Kipphardt und Hacks entwickelt die Studie keine ausgearbeitete Theorie des Autor-Dramaturgen in der DDR, sondern formuliert einen Vorschlag für eine an eine bestimmte historische und theatrale Situation gebundene Konstellation.

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Die Geschichte des Dramaturgenberufes ist eine Geschichte von Persönlichkeiten. Winfried Hansmann44 Im deutschen Theaterwesen ‚erfunden‘, zwischenzeitlich jedoch sowohl im nordamerikanischen wie auch im britischen Theater45 etabliert und weiter- entwickelt, bleibt die Profession des Dramaturgen unscharf und vielgestaltig. Seit den Anfängen im 18. Jahrhundert wird darüber verhandelt, was ein Dramaturg eigentlich sei und welche Funktion(en) er habe. Und so beginnt der Dramaturg Bernd Stegemann die Einleitung zu seiner aktuellen Quel- lensammlung Dramaturgie mit einer Anekdote, in der die Problematik des folgenden Berichts – wie der gesamten Studie – auf den Punkt gebracht ist: Erwähnte ich, dass ich an einem Buch über Dramaturgie schreibe, huschte ein schmales Lächeln über ihr Gesicht, dem häufig ein flotter Kommentar folgte, wie etwa: Endlich erklärt mir einer diesen seltsamen Beruf. Ich stutzte jedes Mal und überlegte, ob ich den weiten Weg der Erklärung gehen sollte, um den Unterschied zwischen dem Inhalt der Dramaturgie und dem Beruf des Dramaturgen auszu- führen. Dramaturgen sitzen in der Dramaturgie wie Bäcker in der Bäckerei. […]46 44 Hansmann, S. 50. 45 Die erstmalige Verpflichtung eines Dramaturgen an ein nordamerikanisches The- ater datiert Peter Hay mit seiner eigenen Anstellung an einem „major regional theatre in Canada in the late sixties“. Hay, Peter: „American Dramaturgy. A Critical Re-Appraisal“. In: Cardullo, S. 67–88, Zitat S. 68. Für das britische Theater wird i. d. R. das Jahr 1963 genannt, in dem Laurence Olivier als Grün- dungsdirektor des Royal National Theatre als dem...

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