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Bühnenkämpfe

Autor-Dramaturgen in der frühen DDR: Brecht, Kipphardt, Hacks

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Silke Flegel

Die theaterwissenschaftliche Studie reflektiert die Aufgabenstellung, Funktion und Problematik der Dramaturgen im Spannungsfeld von Theaterkunst und Kulturpolitik in der DDR. In der konzeptuellen «Denkfigur» des «Autor-Dramaturgen» beleuchtet sie zugleich zentrale Aspekte dieser besonderen Theatergeschichte. Die am konkreten theaterhistorischen Bühnengeschehen entwickelten Befunde werden mit interpretativen Zugriffen innerhalb dieses Spannungsfelds verortet, in der Denkfigur des Autor-Dramaturgen gewinnen sie ihren übergreifenden Anspruch. Mit der Charakterisierung von Brecht, Kipphardt und Hacks entwickelt die Studie keine ausgearbeitete Theorie des Autor-Dramaturgen in der DDR, sondern formuliert einen Vorschlag für eine an eine bestimmte historische und theatrale Situation gebundene Konstellation.

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Heinar Kipphardt: „verantwortlicher Politkommissar für den Spielplan“

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582 Ich nahm mir vor, das Theater als Gesamtkunstwerk zu begreifen … Heinar Kipphardt583 Shakespeare dringend gesucht. Ein satirisches Lustspiel in drei Akten Mitten heraus aus seinem kleinen Arbeitszimmer im Deutschen Theater mit dem „abgetretenen Teppich“, den „altmodischen Sesseln, deren Federn zu- sammenkrachen, wenn man Platz nimmt“, einem „Schreibtisch aus der Zeit der Jahrhundertwende“ und einem „Bild von Josef Kainz“,584 dem großen österreichischen Schauspieler, erzählt Heinar Kipphardt seine 1952 in Berlin geschriebene und am 28. Juni 1953 am Deutschen Theater uraufgeführte Bürokratiesatire Shakespeare dringend gesucht.585 Im Zentrum steht der eilfertige und pflichtbewusste Stadttheaterdrama- turg Amadeus Färbel, der sich schon lange auf der Suche nach dem „Dra- matiker aus unserer Zeit“,586 dem „Shakespeare 53“587 befindet, um mit ihm 582 Siegfried Wagner, Leiter der Abteilung Kultur beim ZK der SED, in der Sitzung der Kommission für Fragen der Kultur beim Politbüro des ZK der SED am 16. März 1959. Zitiert nach: Naumann, Uwe / Töteberg, Michael (Bearb.): In der Sache Heinar Kipphardt. Mit einer Bibliographie von Nicolai Riedel. Deutsche Schillergesellschaft: Marbach am Neckar 1992, S. 25. 583 Kipphardt, Heinar: „300 Zeilen Leben“. Börsenblatt für den Deutschen Buch- handel (Leipzig) (40) 3.10.1953, S. 842–844, Zitat S. 843. 584 A. H. B.[arkhoff]: „Das Porträt / Heinar Kipphardt“. Berliner Zeitung (179) 3.8.1952, S. 6. 585 Heinar Kipphardt: Shakespeare dringend gesucht. Ein satirisches Lustspiel in drei Akten. Uraufführung: Deutsches Theater, Berlin; Regie: Herwart Gros- se; Bühnenbild: Heinrich Kilger....

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