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Bühnenkämpfe

Autor-Dramaturgen in der frühen DDR: Brecht, Kipphardt, Hacks

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Silke Flegel

Die theaterwissenschaftliche Studie reflektiert die Aufgabenstellung, Funktion und Problematik der Dramaturgen im Spannungsfeld von Theaterkunst und Kulturpolitik in der DDR. In der konzeptuellen «Denkfigur» des «Autor-Dramaturgen» beleuchtet sie zugleich zentrale Aspekte dieser besonderen Theatergeschichte. Die am konkreten theaterhistorischen Bühnengeschehen entwickelten Befunde werden mit interpretativen Zugriffen innerhalb dieses Spannungsfelds verortet, in der Denkfigur des Autor-Dramaturgen gewinnen sie ihren übergreifenden Anspruch. Mit der Charakterisierung von Brecht, Kipphardt und Hacks entwickelt die Studie keine ausgearbeitete Theorie des Autor-Dramaturgen in der DDR, sondern formuliert einen Vorschlag für eine an eine bestimmte historische und theatrale Situation gebundene Konstellation.

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Die Denkfigur Autor-Dramaturg – Perspektiven

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Wunderwelt Theater – Wunde Welt Autor. Armin Stolper1078 Das Konzept des Autor-Dramaturgen, das bestimmt war, die Theaterarbeit der frühen Jahre in der DDR an entscheidender Stelle mitzugestalten, hielt den vielen Herausforderungen des Aufbaus des Sozialismus nicht stand. Als Protagonisten dieser Studie legen Brecht, Kipphardt und Hacks für diese These die wohl prominentesten Zeugnisse ab. Die Steine, die ihnen auf ihren Theaterweg gelegt wurden, die sie innerhalb ihres Hauses zum Stolpern brachten und ihnen letztlich den Weg wieder hinauswiesen, waren unter- schiedlich in ihrer Beschaffenheit, Größe, Härte und Wirksamkeit. Doch in jedem Fall führten sie wieder aus dem Haus hinaus: auf den Friedhof (Brecht), in die Bundesrepublik Deutschland (Kipphardt) oder – im besten Fall – als freier Schriftsteller auf den sozialistischen Literaturmarkt (Hacks). Der Autor-Dramaturg Armin Stolper, seit 1953 sowohl an Bühnen der Provinz – in Senftenberg und Halle/Saale – als auch Ost-Berlins – am Ma- xim Gorki Theater und am Deutschen Theater – über viele Jahre (bis 1976) verpflichtet, hat in zahlreichen Erinnerungstexten das persönliche Dilem- ma beschrieben, sich zwischen der Haltung des Dramaturgen und der des Stückeschreibers immer wieder neu entscheiden zu müssen. In all seinen Memoirentexten finden sich Erinnerungen persönlicher Erfahrungen, die er aus der Personalunion des Hausautors und Dramaturgen im Theater der DDR gewonnen hat. Und stets läuft es auch bei ihm, dem in vielfacher Hin- sicht – und bis heute – dem System verbundenen sozialistischen Dichter, auf die Feststellung der beschriebenen Unvereinbarkeit der beiden Professionen innerhalb des Konzepts von Hausautor und Dramaturg hinaus: Ich...

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