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Die Societas Unius Personae (SUP)

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Nikolaus Moench

Nach dem Scheitern des Verordnungsentwurfes zur Societas Privata Europaea hat die Europäische Kommission mit dem Richtlinienentwurf zur Societas Unius Personae (SUP) einen erneuten Anlauf genommen, um die Tätigkeit europäischer Unternehmen im gemeinsamen Binnenmarkt zu vereinfachen. Es handelt sich hierbei um eine europaweit harmonisierte Einpersonengesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Autor geht zunächst auf die Notwendigkeit des Richtlinienvorschlages ein, um anschließend dessen Auswirkungen auf das deutsche Gesellschaftsrecht zu untersuchen. Hierbei erläutert er sämtliche Vorschriften des Richtlinienvorschlages kritisch und präsentiert Änderungsvorschläge anhand aufgezeigter Probleme.

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C. Die gegenwärtige Rechtslage

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7 C. Die gegenwärtige Rechtslage Zum Teil wird bezweifelt, dass die gegenwärtige Rechtslage die Gründung von grenzüberschreitenden Tochtergesellschaften erschwert,32 oder ein Bedarf für ein europäisches Tätigwerden vorhanden ist.33 Diesen Ansichten ist jedoch ent- schieden entgegenzutreten. I. Hindernisse der grenzüberschreitenden Tochtergesellschaftsgründung So ist die Gründung von grenzüberschreitenden Tochtergesellschaften teilweise rechtlich überhaupt nicht zulässig oder aber tatsächlich unattraktiv. Als Beispiel können Polen und Rumänien dienen, in denen es nicht gestattet ist, als Einper- sonengesellschaft eine 100% Tochtergesellschaft mit nur einem Gesellschafter zu gründen.34 Dagegen ist es in Belgien zwar möglich, als Einpersonengesellschaft eine Tochtergesellschaft zu gründen, die Muttergesellschaft haftet jedoch trotz Haftungsbeschränkung gesamtschuldnerisch für Verbindlichkeiten der Tochter- gesellschaft.35 Unter anderem solche Schwierigkeiten sollen nach dem Willen der Kommission durch den Richtlinienvorschlag der Vergangenheit angehören.36 Häufig erliegen die Gesellschaften auch schlicht tatsächlichen Schwierigkei- ten, hervorgerufen durch die Vielfältigkeit der nationalen Rechtsnormen oder die unterschiedlichen Sprachen.37 Zur Verdeutlichung kann eine Studie zur Ein- tragung einer Zweigniederlassung herangezogen werden. Denn auch wenn eine Zweigniederlassung etwas anderes als eine Tochtergesellschaft ist, sind die büro- kratischen Hürden doch überwiegend identisch.38 Bei dem europaweit durch- geführten Versuch scheiterte jede zweite Gesellschaft mit der Gründung einer 32 Drygala, EuZW 2014, 491, 493. 33 Bormann, in Lutter/Koch, Societas Unius Personae (SUP), 2015, S. 25. 34 Piuk/Buzdugan, in Süß/Wachter, HdB des Internationalen GmbH-Rechts, 2. Aufl. 2011, Rumänien, Rn. 18; Teichmann,...

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