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Die Rechtsnatur der Gesellschafterkonten

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Yorck Frese

Im Mittelpunkt des Buches steht die Bestimmung der handelsrechtlichen Rechtsnatur von Gesellschafterkonten in Personenhandelsgesellschaften. Der Autor untersucht Kriterien aus Rechtsprechung und Literatur auf ihre Bedeutung für die Qualifikation eines Gesellschafterkontos als Kapital- oder Forderungskonto. Die Erkenntnisse werden an typischen Gestaltungen erprobt und auf mittelbare Unternehmensbeteiligungen übertragen. Das Ergebnis ist ein differenzierter Vorschlag für eine gesellschaftsvertragliche Regelung von Gesellschafterkonten.
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4. Kapitel Gesellschafterkonten im Steuerrecht

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4.  Kapitel Gesellschafterkonten im Steuerrecht

Bisher wurde nicht zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Gesellschafterkonten unterschieden. Die im 2. Kapitel vorgenommene Bestimmung der Rechtsnatur der Gesellschafterkonten orientiert sich an einem aus dem Gesamthandsprinzip abgeleiteten handelsrechtlichen Begriff von Kapital- und Forderungskonten. Wie bereits im Rahmen der rechtlichen Relevanz der Gesellschafterkonten dargestellt (oben 1. Kapitel C.II.6), sind die Gesellschafterkonten jedoch auch für die Besteuerung der Gesellschafter von Personenhandelsgesellschaften von großer Bedeutung. Da der gleiche Sachverhalt im Handels- und im Steuerrecht unterschiedlich bewertet werden kann, ist im Folgenden zu untersuchen, ob und welche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Gesellschafterkonten bestehen.

Für die Unterscheidung zwischen handels- und steuerrechtlichen Gesellschafterkonten sind drei Varianten denkbar: Erstens kann es eine Übereinstimmung zwischen den Gesellschafterkonten im Handels- und Steuerrecht geben,521 wobei sich alternativ die Rechtsnatur des steuerrechtlichen Gesellschafterkontos nach dem Handelsrecht522 und die Höhe der Konten nach dem Steuerrecht richten könnte.523 Zweitens kann die Bestimmung der Rechtsnatur eines allgemeinen steuerrechtlichen vom handelsrechtlichen Kapital- und Forderungskonto abweichen und drittens kann jede steuerrechtliche Norm eine eigenständige Bestimmung der Konten erfordern, ohne dass es einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Konten gibt.524

Einigkeit besteht grundsätzlich darin, dass auch die steuerlichen Gesellschafterkonten ihre Grundlage in der handelsrechtlichen Bestimmung haben.525 Das ← 107 | 108 → heißt, dass zunächst durch Auslegung des Gesellschaftsvertrags die Rechtsnatur des handelsrechtlichen Gesellschafterkontos ermittelt werden muss. Von diesem Konto ausgehend können steuerliche Wertungen die Rechtsnatur oder die Höhe des Gesellschafterkontos beeinflussen...

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