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Sterben, Tod und Trauer im Bilderbuch seit 1945

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Margarete Hopp

Die Studie befasst sich mit dem Erzählen vom Tod im Bilderbuch in historischer und gattungstheoretischer Perspektive und bildet anhand eines Textkorpus’ von 287 deutschen bzw. ins Deutsche übersetzten Titeln die Entwicklung von 1945 bis 2011 ab. Entwickelt wird ein narratologisches Modell der Bilderbuchanalyse, das unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten der Sterbeforschung in den Einzelanalysen zur Anwendung kommt. Die Untersuchung fächert ein breites Spektrum von Motiven, von realistischen und phantastischen, religiösen und philosophischen Darstellungskonzepten auf. Eine besondere Rolle spielen Bilderbücher über das Sterben und den Tod von Kindern und die daran nachgewiesene Subgattung des psychologischen Bilderbuchs.
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II. Forschungslage

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II.   Forschungslage

II.1   Das Bilderbuch im wissenschaftlichen Diskurs

Die allgemeine Literaturwissenschaft, die schon die Kinder- und Jugendliteratur insgesamt „nur zögerlich“ und quasi als „Sonderfall“ aufgenommen hat (Thiele 2007b, 13f.), tut sich nach wie vor schwer, dem Bilderbuch einen festen Platz in der Forschungskultur des Fachs einzuräumen. Die Erarbeitung einer grundlegenden Bilderbuchtheorie fehlt bis heute. Forschungsdesiderate und Neue Impulse der Bilderbuchforschung (Thiele 2007a) bündelte z. B. die wissenschaftliche Tagung der Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Olfoki) 2006 unter der Leitung von Jens Thiele, der resümierte, es existierten mehr „Mutmaßungen“ als gesicherte Erkenntnisse zur „Erscheinungsform, Funktion, Rezeption und Wirkung des Bilderbuchs“ (Thiele 2007b, 7f.). In jüngster Vergangenheit zeigen nun zunehmend mehr universitäre Einrichtungen mit einer beträchtlichen Anzahl an Tagungen und einschlägigen Publikationen ein deutliches Interesse am literarisch-ästhetischen Potenzial des Bilderbuchs, dem als ernst zu nehmendem Gegenstand einer an Bild und Text orientierten Lehr-Lern-Kultur wichtige Funktionen für literarisches und „kulturelles Lernen im Dialog“ (Hurrelmann 2010, 7) bescheinigt werden. Obwohl der Schwerpunkt der fachlichen Auseinandersetzung eindeutig im Bereich der didaktischen und pädagogischen Disziplinen3 liegt, zeigt sich die Forschungslandschaft mittlerweile vielgestaltig. Es ist evident, dass das Bilderbuch literatur-, bildungs-, kunst- und kulturwissenschaftliche Aspekte in sich vereint, weshalb mit den weiter unten aufgeführten Bezugswissenschaften lediglich die verschiedenen perspektivischen Schwerpunkte herausgestellt werden, keinesfalls aber eine Abgrenzung intendiert ist. Dafür sprechen ebenso die Publikationen der ← 23 | 24 → Tagungsinhalte und -ergebnisse...

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