Show Less
Restricted access

Mehrsprachigkeit und Englischunterricht

Fachdidaktische Perspektiven, schulpraktische Sichtweisen

Series:

Jenny Jakisch

Die Autorin untersucht aus der Perspektive der Englischdidaktik, welchen Beitrag der Englischunterricht zur Entwicklung individueller Mehrsprachigkeit leisten kann. Sie skizziert potenzielle Mehrsprachigkeitsfelder und gibt Einblicke in die Sichtweisen der Beteiligten, die über eine Befragung von über 250 Schülerinnen und Schülern und 15 Lehrkräften rekonstruiert wurden. Dabei zeigt sich, dass nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken mit einer Öffnung des Englischunterrichts für Mehrsprachigkeit verbunden sind. Die Ergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis des im Schulalltag Möglichen bei und geben wichtige Impulse für die weitere fremdsprachendidaktische Forschung.
Show Summary Details
Restricted access

2 Individuelle Mehrsprachigkeit als Ziel der Sprachen- und Bildungspolitik Europas

Extract



Mehrsprachigkeit ist derzeit ‚in aller Munde‘, es handelt sich um ein „didaktisches Hochwertwort“ (MEISSNER 2005: 128), einen Begriff, der „in“ ist (BREDELLA 2004: 16), und ein Phänomen, auf das „richtiggehende Sonntagsreden“ gehalten werden (FRANCESCHINI 2009: 73). Da die häufige Verwendung des Terminus3 sich jedoch nicht mit einer einheitlichen zu Grunde liegenden Definition deckt, sind in diesem Kapitel zunächst die Grundlagen für die inhaltliche Füllung des Mehrsprachigkeitsbegriffes im Rahmen dieser Arbeit zu legen (Kap. 2.1).

Wirft man einen genaueren Blick auf die einzelnen Komponenten des Wortes, ergibt sich ein erster Zugang zu potenziellen Lesarten und unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten des Begriffs. Dabei stellt sich die Frage, worauf sich das „Mehr“ bezieht und was es ist, das hier gesteigert werden soll: Handelt es sich um ein „Mehr“ an Sprachen, wie der zweite Bestandteil nahelegt, oder geht es um ein „Mehr“ an einer noch zu definierenden ‚Sprachigkeit‘? Beides zieht weitere Überlegungen nach sich. So müsste geklärt werden, wie viele Sprachen eine Person sprechen muss, um ‚mehrsprachig‘ zu sein, und welcher Art die Kompetenzen in den beherrschten Sprachen sein sollten (Kap. 2.2). Verbunden damit ist offenzulegen, welche Sprachen im Kontext der europäischen Mehrsprachigkeit gelehrt und gelernt werden sollten (Kap. 2.3). Da der Schule die Aufgabe zukommt, die Forderung der europäischen Sprachenpolitik nach Erziehung zu individueller Mehrsprachigkeit umzusetzen, sind darüber hinaus ihre Rolle in diesem Prozess sowie die Aufgaben einzelner Fächer genauer zu durchleuchten (Kap. 2.4).

Bedacht werden muss...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.