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Landrechtsentwurf für Österreich unter der Enns 1573

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Wilhelm Brauneder

Der Landrechtsentwurf 1573 stellt in der Kette derartiger Entwürfe von 1526 bis 1654 insofern den bedeutendsten dar, da er trotz Fehlen der landesfürstlichen Sanktion große Verbreitung in der Praxis sowie Berücksichtigung in der Rechtswissenschaft fand und nachfolgenden Entwürfen zugrunde lag. Mit seiner Verbindung von Landsbrauch und Gemeinem Recht stellt er in der Methode des usus modernus pandectarum ein typisches Produkt des ius Romano-Germanicum dar.
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Anhang I

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Dr. Wolfgang Püdlers Bericht über seinen Landrechtsentwurf 1573

Wollgeborner herr landmarschalch genediger und gebietunder herr. Eur gn. haben sich gnediklich zu erindern, wasmassen e. gn. mich durch herrn Joachim von Sinczendorff, zu Goggitsch, röm. Kai. mt. etc. rath und regenten des regiments der n. o. landen, meinen gunstigen herrn, gnediklich ansprechen lassen: dieweil höchstgedachte rö. Kai mt. etc. unser allergemedigister herr Dß löblich und notwendig werk der Österreichischen landtafl under der Enns genedigist gern befiedert sachen, daß ich mich sollicher müehe und arbait underwinden und ainer ersamen landschaft zu ehren und wolfart ein neüe landsordnung compillieren, verfassen und aufrichten solle.

Nun hab ich mich zu berichten gehabt, das angeregter werk von irer Kai. mt. etc. meermals ünd fast in allen landtagen eiferig und haftig getriben, darzue auch viel unterschiedliche comissarien erkiest und deputiert werden; es ist aber solliches allzeit stöcket verbliben und hat den wenigisten anfang nit erraichen wöllen. Darumben mir unwierdigen und gering verstendigen nit wenig bedenklich gefallen, daß ich mich umb solliches nambhafts, hoches, weitschweifiges und arbeitsambs werk ôn alle hülf und beistand allain annemben und durch mein hand gehen lassen soll; so hab ich mich dessen auch nit wenig zu besorgen gehabt, das mein vorsteunde compillation und verfassung in villerlai hend kumben, mancherlai censur und bedenken außstehen, auch lezlich durch alle hoche gericht lauffen werde. Zu dem hab ich auch zu gemiet gefiert, daz mier solliche vilfeltige, hochwichtige und tagliche extraordinari...

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