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Landrechtsentwurf für Österreich unter der Enns 1526

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Edited By Wilhelm Brauneder

Der Landrechtsentwurf 1526 stellt ein bedeutendes Zeugnis der vom Humanismus geprägten frühneuzeitlichen Wissenschaft vom Privatrecht sowie vom Zivilprozessrecht dar. Er enthält einführend auch eine allgemeine Rechtslehre, etwa über Gerechtigkeit, Gewohnheitsrecht und das Gesetzgebungsrecht des Landesfürsten. Dennoch verweist er für Zweifelsfälle und Lückenfüllung nicht auf das Römisch-Gemeine Recht, sondern auf das heimische Gewohnheitsrecht. Auffallend ist auch das Bemühen um eine deutsche anstelle der lateinischen Rechtsterminologie. Obwohl die landesfürstliche Sanktion ausblieb, folgten weitere ähnliche Texte bis an die Schwelle der naturrechtlichen Kodifikationen im 18. Jahrhundert.
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I. Buch. Von den gerichtspersonen.

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[§.1.] Damit ain ieder landmarschalch gruntlich weß, was sein ambtsphlicht sei und wie er sich halten, so ist sein aid so er uns und aim ieden fursten erzherzogen zu Osterreich [Bl. 11a] in eingang seines ambts thuen soll hernach beschriben in seiner person also: „ich soll und will der hungerischen und behaimbischen khuj. Majt. etc. als erzherzogen und regierenden herrn und landsfürsten in Österreich under der Enns getrew gehorsam und gewärtig sein, irer khu. maj. etc. êr nutz und frumben fürdern, schaden nachtail und unglimpf so vil an mir ist warnen und wenden, mit willena) khain ratsanschlegen noch gemainschaften sein darwider irer khu. maj. etc. person oberigkhait und gerechtigkhait gehandelt wierdet, wo sich das aber ungefärlich füeget doch ir khu: maj. etc. davon treulichen warnen, den gerichtszwang so mir von irer khu. maj. etc. bevolhen wierdet treulichen handln handvessten, demselben nichts abprechen lassen, gleiches gericht und recht füeren und ergeen lassen dem armen als dem reichen und dem reichen als dem armen nach dits erzherzogthumbs Österreich freihaiten, löblichen und rechtmessigen gebreuchen und gewonhaiten und sonderlich nach ausweisung und ordnung dits landsrechtpuechs, die urtlen so durch die merer [Bl. 11b] stimen und volg gesprochen werden nach ordnung des landßrechten vleissig volziehen, die partheien bei solcher volziehung so vil an mir ist handhaben, dardurch frid und recht zu erhalten und aufruer zu verhueten, und hierinnen niemants verschonen, und mit ansehen weder freundschaft feindschaft miet gab gunst noch ainicherlai ander sachen, sonder allain das gotlich...

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