Show Less
Restricted access

Landrechtsentwurf für Österreich unter der Enns 1526

Series:

Edited By Wilhelm Brauneder

Der Landrechtsentwurf 1526 stellt ein bedeutendes Zeugnis der vom Humanismus geprägten frühneuzeitlichen Wissenschaft vom Privatrecht sowie vom Zivilprozessrecht dar. Er enthält einführend auch eine allgemeine Rechtslehre, etwa über Gerechtigkeit, Gewohnheitsrecht und das Gesetzgebungsrecht des Landesfürsten. Dennoch verweist er für Zweifelsfälle und Lückenfüllung nicht auf das Römisch-Gemeine Recht, sondern auf das heimische Gewohnheitsrecht. Auffallend ist auch das Bemühen um eine deutsche anstelle der lateinischen Rechtsterminologie. Obwohl die landesfürstliche Sanktion ausblieb, folgten weitere ähnliche Texte bis an die Schwelle der naturrechtlichen Kodifikationen im 18. Jahrhundert.
Show Summary Details
Restricted access

Vorred

Extract

.

Haben aus götlichem eingeben nach ausweisung des loblichen römischen khaiser Justiniani betracht die höchst angltugent der gerechtigkhait, und das ôn dieselb tugent furstliche großmechtigkhait (wo sich die mit zimblicher maß und weg selbst diemuetigt) ain greuliche hoffart, die unuberwindlich sterkh ain viechische ungestuemt, und die hochberuembt massigkhait ain khindhait geacht wierdet, wie auch in irdischen dingen nicht ist dem menschen durch die gotlich waißhait anfenkhlich eingephlanzt dann das gesezt und gebot daraus die gerechtigkhait iren ursprung nimbt und alle löblich und ubel handlungen und thatten, guets und pöß und was dem menschen zuthuen gezimt und zu meiden gebüre underschiedlich schleust und [Bl. 1b] richtet. welch tugent der almechtig got nach unserm ersten vatter Abraham, seinen nachkhumen unsern altvättern behaltern liebhabern und volfuern der gebot genediclich und wunderparlich eingegossen hat, als dem gotlichen Noe von dem alle fürstenthumb entsprungen, dem gehorsamen Abraham des samen gemanigfaltigt und gesegnet ist, dem kunstreichen Mose aus des prun alle weisen der Kriechen getrunkhen haben, dem getrewen Dauidt des gotlicher gedult und streitbarer hand die heilig geschrift vol ist, dem hochweisen Saloman des weißhait vom anfang biß zu dem nidergang der sunnen erhollen ist, wie geschweigent hernach volgent der Atheisier Ligurgier und Lacedemonier auch der ersten khunig zu Rom gesazt und rechtmachern und anderer großmechtigen fursten herzogen khünigen und kaisern, die all als gotlich werkhzeug durch mandlich beschiermung und rechtmessige regierung irer völkher und underthonen mit aufrichtung underhaltung gueter gesezt und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.