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Luthers Lehre

Doctrina Christiana zwischen Methodus Religionis und Gloria Dei- Teil 2: Ihr Aufbau und ihr Auftrag

Wichmann von Meding

Teil 2 dieser Vertiefung in Luthers Theologie entfaltet nun, was der erste aus den literarischen Gattungen seiner Schriften erarbeitet hatte. Es tritt den meisten bisherigen, sehr verschiedenen Gesamtkonzepten gegenüber. Christus, nicht die Schöpfung oder gar Ethik, ist das Fundament, zu dem der Katechismus führt. Seine tragend aktive Kraft lässt die Heil schaffende Trinität begreifen. Deren Tun löst jubelndes Gotteslob aus. Es aber stört die selbstzufriedene Welt. Gott regiert sie zwar, sie jedoch widersteht ihm raffiniert. Ein theologisch ungebräuchliches Wort bündelt diese Dramatik und sagt, was der Reformator vom Geschehen zwischen Gott und Mensch in der Welt lehrte. Solche aus dem Zuhören geborene Schlichtheit fiel nicht nur einst auf.
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B. „Ich geb mich selber ganz für dich“ – Doctrina I

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B. „Ich geb mich selber ganz für dich“ - Doctrina I

Hauptstücke rührten zum Haupt. Systematischer als oft vermutet und sehr direkt lenkt Gottes gesetztes Wort zum gebenden Logos des Evangeliums. Daher die gepredigte „Summa": „entweder an Christus geglaubt oder verloren“1. Er ist kein „Weg, den Gott dahin [zu ewigem Leben] führt, [er rettet] vielmehr [jetzt] durch die Rechtfertigung“2. Kein Christ solle „fragen, wie man zu Christus kommt, wie man an ihm hängen soll und in seinen Armen getragen werden, Sondern er kommt selbst“3. Wies der Katechismus den Weg eigenen Scheiterns unter fünf wie Alleebäume gereihten Texten, so umgibt die Lehre den Herrn wie Linden manche Dorfkirche. Ahnlich beschrieb von Loewenich die johanneische Christologie „In konzentrischen Kreisen“4. Luthers Lehre orientiert sich stets an ihrer Mitte. Auf sie hatte der Wegweiser gezeigt. Wer endlich das Ortsschild passiert hat, kam an, ob am Rand oder im Zentrum. Angekommensein korrespondiert dem Kommen Gottes. Zwei Kapitel werden dem gelten, nach dem alle Christen heißen. Das erste wird Grundlegendes, das zweite Zusammenhänge erörtern, ohne perfekt trennen zu können. Kein anderes Thema beansprucht so viel Raum.

Daß die Geschichte bald nicht mehr Luthers Ansatz folgte, sondern dem cogito sum Descartes, braucht hier nur erwähnt zu werden. Luthers „geglaubt oder verloren“ hat sich offenbar bestätigt.

17. Christologie von unten

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