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Luthers Lehre

Doctrina Christiana zwischen Methodus Religionis und Gloria Dei- Teil 2: Ihr Aufbau und ihr Auftrag

Wichmann von Meding

Teil 2 dieser Vertiefung in Luthers Theologie entfaltet nun, was der erste aus den literarischen Gattungen seiner Schriften erarbeitet hatte. Es tritt den meisten bisherigen, sehr verschiedenen Gesamtkonzepten gegenüber. Christus, nicht die Schöpfung oder gar Ethik, ist das Fundament, zu dem der Katechismus führt. Seine tragend aktive Kraft lässt die Heil schaffende Trinität begreifen. Deren Tun löst jubelndes Gotteslob aus. Es aber stört die selbstzufriedene Welt. Gott regiert sie zwar, sie jedoch widersteht ihm raffiniert. Ein theologisch ungebräuchliches Wort bündelt diese Dramatik und sagt, was der Reformator vom Geschehen zwischen Gott und Mensch in der Welt lehrte. Solche aus dem Zuhören geborene Schlichtheit fiel nicht nur einst auf.
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19. Trinität in Aktion

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19. Trinitätin Aktion

Luthers bekannte, sich nur in keiner Gesamtdarstellung spiegelnde „Konzentration auf die Christologie“ verlangte zwei Kapitel. Sollte ihre Wucht Zeichen „einer gewissen Trinitätsvergessenheit“ sein1? Schon der Gehorsam des Sohns schließt die aus. Er gehorcht dem Vater. Das verkündigt der Geist. Da die Kirche so lehrte, erörterte der Vielbeschäftigte das Unbestrittene kaum, setzte aber Akzente. Er erklärte nicht philosophisch, Gott existiere, da ihm nichts fehle (ontologischer Beweis) und die Welt von ihm komme (kosmologischer Beweis). Bei Tisch meinte er: „Das Ursein sieht sich selber an. Sähe es über sich hinaus, sähe es das Elend der Welt. [Das wäre seiner unwürdig.] An dieser Stelle negiert Aristoteles stillschweigend [den tätigen] Gott“2. Vom „Begriffe der ersten Ursache [kann] unter keinen Umständen die Vorstellung eines geistigen Wesens abgeleitet werden … bloße Verneinung [eines ewigen Kosmos] … kann nicht in ein für sich bestehendes Wesen verwandelt werden“3. Noch weniger ist der „Heilige Geist … für Luther … eine transzendente Ursache“ menschlicher Begeisterung. Wir sollen „von Tag zu Tag gereinigt werden, bis wir am Jüngsten Tag ganz rein werden … Denn sieh, wie … unrein wir sind … Daher plagt uns die Sünde. Sie liegt auf unserem Hals. Auch sie will er heilen“4. Er dachte nicht, es sei „unwidersprechlich: was nicht zeitlich ist, muß ewig sein, … muß Gott sein“. Er begann „Ist das Wort fuhr fort „Es mag das Wortließ folgen: „wer das Wort hat, der...

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