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Luthers Lehre

Doctrina Christiana zwischen Methodus Religionis und Gloria Dei- Teil 2: Ihr Aufbau und ihr Auftrag

Wichmann von Meding

Teil 2 dieser Vertiefung in Luthers Theologie entfaltet nun, was der erste aus den literarischen Gattungen seiner Schriften erarbeitet hatte. Es tritt den meisten bisherigen, sehr verschiedenen Gesamtkonzepten gegenüber. Christus, nicht die Schöpfung oder gar Ethik, ist das Fundament, zu dem der Katechismus führt. Seine tragend aktive Kraft lässt die Heil schaffende Trinität begreifen. Deren Tun löst jubelndes Gotteslob aus. Es aber stört die selbstzufriedene Welt. Gott regiert sie zwar, sie jedoch widersteht ihm raffiniert. Ein theologisch ungebräuchliches Wort bündelt diese Dramatik und sagt, was der Reformator vom Geschehen zwischen Gott und Mensch in der Welt lehrte. Solche aus dem Zuhören geborene Schlichtheit fiel nicht nur einst auf.
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D. „Teuer hat ers erworben“ – Die Confessio

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D. „Teuer hat ers erworben“ - Die Confessio

Luthers normativ gewordene Schriften, „die Katechismen und die Schmalkaldischen Artikel“1, wiesen den Weg zur Lehre und legten sie dar. Mitteleuropas Christen, einst Heiden, sollen ihr Fundament und Richtmaß kennen (Kapitel 15). Begreifen sie, wer Er ist, was er gibt, tun sie „das höchste Christliche Werk, das dem Glauben unmittelbar folgt, nämlich, daß wir Got loben“2. Psalm 51 „weiß nach der Rechtfertigung nichts als Danksagung“3. Schon 1515/6 reihte Luther „Werden, Sein und Wirken“. Christen werden katechetisch, hören was ist und wirken dann aktiv. Denn „Dreierlei hat Gott sich reserviert: Urteil, Freilassung, Gloria“4. Im Katechismus urteilt erjeder sei Sünder. Ab Kapitel 17 ging es um Christi Reich5, wo Befreitejubeln. Dies Dreifache entspricht dem Sohn, der Gottes Weg, Wahrheit, Leben ist (Joh 14,6). Confessio folgt der doctrina, die, wie Kapitel 21 nachwies, „nicht ins Vaterunser“ gehöre, da es „die ergehenden Gottesworte und die Antwort der diese Geschichte Erfahrenden“ verkoppelt6. Die leben höchst aktiv (Phil 2,11; Rö 10,9 u.ö.). „Paulus … gebietet, von Herzen dem Herrn singen geistliche Lieder und Psalmen, … Daß Christus unser Lob und Gesang sei und [wir] nichts wissen sollen zu singen noch zu sagen als Jesum Christum unsern Heiland“7. Das zeigte schon die genusorientierte Erörterung priesterlicher Lutherschriften. Ihr Thema folgt hier als lebensvolles Gloria. Alle, „die ihr auf Got traut [Ziel des Katechismus], mögt euch auch an Got freuen“8. „Got verehren,...

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