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Luthers Lehre

Doctrina Christiana zwischen Methodus Religionis und Gloria Dei

Wichmann von Meding

Zwanzig Autoren haben seit 1862 in ihren Arbeiten und Studien Luthers Lehre geschildert und kamen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Dieses auf zwei Teile angesetzte Werk untersucht nun erstmals, wie Luther selbst Theologie entfaltet wissen wollte. Dazu nutzt der Autor keine neue Methode. Eine, die sich bei Germanisten und Exegeten bewährt hat, stößt auf Luthers Denken in Verben und gibt von daher einem der sechs bisherigen Ansätze recht. Das trotzdem überraschende Konzept führt in große Eindeutigkeit gerade wegen Luthers bekannter Differenzierungskunst: Gott wertet menschliche Werte um.
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4. Luther als Bibelübersetzer

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Die alphabetische Ordnung der genusorientierten Kapitel führt vom hörenden Gespräch zum gehörten Zeugnis, das Luther auf der Wartburg zu übersetzen begann. Seine Theologie wehrt nicht nur egozentrischem Beten, sondern auch, zeitkritisch wie später bei Schleiermacher, ethischer Überfremdung und menschlicher Spekulation. Sie denkt keinen Gott, sondern dankt dem, der gesprochen hat. Heute mahnt jedes exegetische Proseminar ähnlich, „das heißt nicht Christlich gelehrt, wenn ich einen Sinn in die Schrift trage und deute danach die Schrift aus ihm, sondern im Gegenteil, wenn ich erst die Schrift klar habe und dem gemäß meinen Sinn auf sie richte“1. Dies sagen die berühmten Liedzeilen

Das wort sie sollen lassen stahnUnnd kein danck dazu haben2.

Die zweite hat nicht die inhaltarme Bedeutung, die man oft liest, ,ob sie wollen oder nicht’. Weder Wollen noch Nichtwollen wäre dankenswert. Dank kürzt den Singular ,Gedanke’, zusätzliche Ansicht3. Gottes Wort beugt sich keinem Interpretenwunsch: „Wenn wir nach eigenem Willen die heilige Schrift deuten, sind es in uns gewachsene Gedanken. Die decken nur die heilige Schrift zu“4. Das tat die Kirche oft. Ein Beispiel aus Psalm 25 mag es zeigen:

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