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Gottessohn und Mutter Erde auf bronzezeitlichen Felsbildern

Herman Wirth und die völkische Symbolforschung

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Luitgard Löw

Die Autorin stellt Herman Wirth (1885–1981) vor, der in den 1930er Jahren ein bekannter und umstrittener Gelehrter war. Der zirkumpolare Norden galt ihm als Quelle aller Kultur. Von dort trug die nordische Rasse die urmonotheistische Hochkultur in die Welt. Urschrift, Urkultur und Ursymbolik bildeten ein Erbe, um dessen Wiederbelebung er lebenslang kämpfte. In Symbolen, die er in volkskundlichem und archäologischem Material fand, besaß es eine Kontinuität bis in die Gegenwart. Wirths Ideen sprachen Heinrich Himmler an und führten zur Gründung des «Ahnenerbes». In diesem Rahmen stellte Wirth auf zwei Expeditionen nach Skandinavien 1935 und 1936 Gipsabgüsse her, die in Deutschland als Zeugnisse der hohen Kultur der nordischen Rasse galten.
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Vorwort

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An einem strahlenden Frühsommertag im Mai 1992 begegnete mir im Österreichischen Felsbildmuseum im idyllischen Spital am Pyhrn der Name Herman Wirth zum ersten Mal. Fünf Jahre später überließ mir Lasse Bengtsson vom Vitlycke Museum in Tanumshede die Kopien einiger Briefe, die an den Reichsführer SS Heinrich Himmler gerichtet waren und die Unterschrift Wirths trugen. Darin berichtete er nach Berlin über Felsbilder, die ich kannte. Mein Interesse war geweckt. Im Herbst 2000 stellte ich diese Briefe auf der Jahrestagung des Nord- und Mitteldeutschen Verbandes für Altertumskunde in Soest vor. Ermutigt durch Achim Leube begann ich, über Herman Wirth und seine Studien an den skandinavischen Felsbildern zu recherchieren. Das Jahr 2003 brachte mir die Möglichkeit zu einem zweijährigen Postdoktorandinnen-Stipendium, dem Programm „Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre“ im Rahmen des Hochschul- und Wissenschaftsprogramms (HWP) sowie einem knapp einjährigen Habilitationsstipendium aus dem gleichen Wissenschaftsprogramm an der Friedrich-Otto-Universität in Bamberg.

Warum beschäftigte mich Herman Wirth über so viele Jahre? Dies lag an der Thematik. Herman Wirth interessierte sich für skandinavische Felsbilder, die bis heute ein beliebtes Ziel vieler deutscher Urlauber darstellen. Wirths geistiger Zugang zu den Symbolen lässt sich noch in vielen Kreisen ausmachen und trifft, wie manche andere abenteuerliche Spekulation deutscher Hobbyarchäologen, bei den Felsbildspezialisten in Schweden und Norwegen auf Unverständnis und Achselzucken. Wirth besaß mit seinen Schriften, in denen er unbekümmert Hypothesen aufeinandertürmte und kaum einen klaren Gedanken formulierte, Einfluss...

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