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Religion – Macht – Freiheit

Deutsches Neuland: Eine Zwischenbilanz

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Thomas Brose

Zwar schreitet die Säkularisierung in Europa voran, aber der Prozess einer Re-Spiritualisierung gewinnt an Fahrt. Fragen, die unsere Gesellschaft unabhängig von konfessionellen Bindungen bewegen, lauten: Worauf können wir uns verlassen? Was sind Werte, die wirklich zählen? Braucht Europa das Christentum? Aber auch: Welche Gefahren birgt Religion in sich? Können moderne Menschen mit guten Gründen glauben?
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Religion und „öffentliche Vernunft“. Jürgen Habermas über Religion in der postsäkularen Gesellschaft

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Religion und „öffentliche Vernunft“.Jürgen Habermas über Religion in der postsäkularen Gesellschaft

Anja Middelbeck-Varwick

Maßgeblich angestoßen durch Jürgen Habermas’ Friedenspreisrede Über Glauben und Wissen1 (2001), aber auch im Ausgang des Münchner Akademiegesprächs mit Joseph Ratzinger, damals Kurienkardinal, über die Dialektik der Säkularisierung2 (2004) findet bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine weit gefächerte wissenschaftliche wie öffentliche Debatte über die Rolle der Religion in der politischen Demokratie statt. Habermas’ Neubestimmung der Grenze zwischen Glauben und Wissen, seine Interpretation der Kantschen Religionsphilosophie und seine Deutung der Säkularisierung fanden und finden so auch breiten Eingang in die religionsphilosophischen wie theologischen Auseinandersetzungen. Seine diesbezüglichen Positionen verbinden sich hierbei unter anderem mit der Frage, welche „kognitiven Einstellungen und normativen Erwartungen der liberale Staat gläubigen und ungläubigen Bürgern im Umgang miteinander zumuten muss.“3 Die vorzunehmenden Anmerkungen setzen an diesem Fragenkomplex an und beziehen sich vor allem auf zwei Aspekte innerhalb der um ihn geführten Debatten: Zum einen lenken sie den Blick auf die Akteure der demokratischen Öffentlichkeit, die säkularen und die religiösen Bürger. Zum anderen wenden sie sich den Modi des Verständigungsprozesses zu, vor allem der Übersetzung religiöser Sinngehalte in eine säkulare Sprache. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich hierbei auf einige wesentliche Aussagen der jüngeren Stellungnahmen von Habermas zum Verhältnis von Religion, öffentlicher Vernunft und demokratischem Verfassungsstaat.4 ← 127 | 128 →

Besondere Aufmerksamkeit fand die Habermassche Preisrede vor...

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