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Policy Payoffs in Koalitionsverhandlungen

Eine Analyse ideologischer Distanzen zwischen Wahlprogrammen und Koalitionsverträgen

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Madeline Kaupert

Schon seit der Entdeckung von «Gamsons Law» 1961 konzentriert sich die Koalitionsforschung auf die Verteilung von Ämtern zwischen Regierungsparteien. Dieser Beitrag untersucht die bisher wenig beachtete Verteilung von politischen Inhalten. Die Autorin misst Policy Payoffs als ideologische Distanzen zwischen Wahlprogrammen und Koalitionsverträgen politischer Parteien mithilfe der Textanalysemethode Wordscores. Ihre Analyse zeigt, dass die Verteilung von Policies anderen Regeln folgt als die Verteilung von Portfolios.
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3. Forschungsstand

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3.  Forschungsstand

3.1  Portfolio Allokation

„Scholars have asked three classes of questions about governing coalitions: those concerning coalition formation, those concerning coalition maintenance, and those concerning coalition termination.“ (W. Downs 1998: 20). Im räumlichen Parteienwettbewerb mit policy-seeking parties werden diejenigen Parteien eine Koalition bilden, welche die geringste Distanz zueinander aufweisen. Modelle dieser theoretischen Ausrichtung testen, ob ideologisch ähnliche Parteien miteinander koalieren (Austen-Smith and Banks 1990; Laver and Shepsle 1990). Sie testen aber nicht, wie Policy Payoffs tatsächlich aufgeteilt werden.

Begibt man sich in der Literatur von der Koalitionstheorie aus auf die Suche nach Spuren von Policy Payoffs trifft man zunächst auf einen breit ausgetretenen Weg, der sich mit der Allokation von Portfolios beschäftigt. Hier findet sich „one of most impressive of empirical findings in all of social science“ (Warwick und Druckman 2001: 627). Gemeint ist „Gamsons Law“, die von Gamson (1960: 382) aufgestellte und wenig später von Browne und Franklin (1973) mit erstaunlichen 85 Prozent erklärter Varianz bestätigte These, dass Portfolios in Koalitionsverhandlungen proportional zur Sitzstärke der beteiligten Parteien aufgeteilt werden. Es gilt also: Je größer eine Partei im Verhältnis zu ihrem Koalitionspartner, desto höher ihr Anteil an den Ministerposten. Browne und Franklin stellten dabei nur ein leichtes Ungleichgewicht zugunsten von kleineren Parteien fest.

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