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Die mitunternehmerische Besteuerung der Komplementäre der Kommanditgesellschaft auf Aktien

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Stephanie Krebbers-van Heek

Die KGaA feiert in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag. Seither ist es nicht gelungen, ein konsistentes Besteuerungssystem zu entwickeln. Diese Arbeit untersucht die konträren intransparenten und transparenten Besteuerungsmodelle und zeigt ihre Konsequenzen für Gewinnermittlung und -verteilung, Organschaft, Umwandlungssteuerrecht, Übertragung von Einzelwirtschaftsgütern, Verfahrensrecht sowie das Doppelbesteuerungsrecht anhand eines fortlaufenden Fallbeispiels auf. Die Arbeit legt die Rahmenbedingungen einer konsequenten KGaA-Besteuerung dar und plädiert für die Mitunternehmerthese, wobei sie sich mit der Korrekturfunktion des § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG, der Gewerbesteuer, der Zinsschranke, der Anwendbarkeit von § 8c KStG sowie § 34a EStG befasst und gesetzgeberischen Handlungsbedarf aufzeigt.
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§ 13 Die Korrekturfunktion des § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG

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§ 13   Die Korrekturfunktion des § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG

Die Prämisse des Systems aus § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG und § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 EStG ist die steuerrechtliche Gleichstellung des Komplementärs einer KGaA mit dem Mitunternehmer (vgl. §§ 10, 12). Der Gewinn der KGaA soll, soweit er auf den Komplementär als Mitunternehmer entfällt, aus dem körperschaftsteuerrechtlich zu versteuernden Einkommen ausgeschieden und einer Ein-Ebenen-Besteuerung beim Komplementär zugewiesen werden. § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG regelt daher spezialgesetzlich für den Sonderfall der KGaA eine „Herauslösung“ des Komplementäranteils aus dem zu versteuernden Einkommen der KGaA und übernimmt damit eine Korrekturfunktion.

Eine Korrektur nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG ist freilich nur für solche Zuweisungen an den Komplementär erforderlich, die überhaupt noch im Gewinn der KGaA enthalten sind854. Sofern Zahlungen an den Komplementär hingegen bereits handelsrechtlich Aufwand bzw. Betriebsausgaben nach § 4 Abs. 4 EStG darstellen, besteht keine Notwendigkeit, diese Ausgaben erneut über § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG zu erfassen. Dies entspricht dem Wortlaut des Einleitungssatzes des § 9 KStG. Die Formulierung „Abziehbare Aufwendungen sind auch“ spiegelt eine Subsidiarität des § 9 KStG gegenüber anderen Abzugstatbeständen.

I.   Die Überlassung von Darlehen und sonstigen Wirtschaftsgütern

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