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Die mitunternehmerische Besteuerung der Komplementäre der Kommanditgesellschaft auf Aktien

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Stephanie Krebbers-van Heek

Die KGaA feiert in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag. Seither ist es nicht gelungen, ein konsistentes Besteuerungssystem zu entwickeln. Diese Arbeit untersucht die konträren intransparenten und transparenten Besteuerungsmodelle und zeigt ihre Konsequenzen für Gewinnermittlung und -verteilung, Organschaft, Umwandlungssteuerrecht, Übertragung von Einzelwirtschaftsgütern, Verfahrensrecht sowie das Doppelbesteuerungsrecht anhand eines fortlaufenden Fallbeispiels auf. Die Arbeit legt die Rahmenbedingungen einer konsequenten KGaA-Besteuerung dar und plädiert für die Mitunternehmerthese, wobei sie sich mit der Korrekturfunktion des § 9 Abs. 1 Nr. 1 KStG, der Gewerbesteuer, der Zinsschranke, der Anwendbarkeit von § 8c KStG sowie § 34a EStG befasst und gesetzgeberischen Handlungsbedarf aufzeigt.
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§ 3 Die wirtschaftliche Bedeutung der KGaA

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§ 3   Die wirtschaftliche Bedeutung der KGaA

I.   KGaA in Zahlen

Die Bedeutung der KGaA in absoluten Zahlen ist insgesamt eher gering51 – sie gilt gemeinhin als gesellschaftsrechtliche Randerscheinung52. Anlass für die ersten KGaA-Gründungen Mitte des 19. Jahrhunderts soll die Tatsache gewesen sein, dass die KGaA, anders als die AG, nicht dem Konzessionszwang unterlag53. Da sich die Aufhebung des Konzessionszwangs für die AG im Jahre 187054 aber nicht in einer sinkenden Anzahl der zugelassenen KGaAs spiegelt, scheint die KGaA seinerzeit unabhängig vom Konzessionszwang als attraktive Rechtsform wahrgenommen worden zu sein55. Auch die Einführung der GmbH im Jahre 1892 wirkte sich auf den langsamen aber stetigen Zuwachs zugelassener KGaAs nicht aus56. Zum „Motor“ für die KGaA wurde erst die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg. In dieser Zeit wurden viele Einzelunternehmen und Personengesellschaften in KGaAs umgewandelt, um ← 13 | 14 → der Überfremdungsgefahr durch ausländisches Kapital und der inflationsbedingten Umverteilung Herr zu werden57. So waren 1924 immerhin 200 KGaAs registriert58.

Kurz danach führte der Zweite Weltkrieg jedoch nahezu zum Erliegen der KGaA-Neugründungen. 1950 gab es noch zwischen 20 und 30 KGaAs59 in Deutschland, was sich bis Mitte der Neunziger Jahre nicht wesentlich veränderte60.

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