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Studien V: Entwicklungen des Öffentlichen und Privatrechts II

Wilhelm Brauneder

Die Beiträge des Buches umfassen nahezu alle Aspekte der Rechtsgeschichte: die Staatsordnungen Europas im 19. Jahrhundert, Grundrechte 1848 und für Bosnien 1910, die Stellung der Länder in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert, Mehrsprachigkeit in der Habsburgermonarchie, Kirchenstaatspläne 1916/1918 sowie die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Aber auch mittelalterliches Landrecht, Eheschließungsrecht, Naturrecht, Baurecht als Sozialreform und Literaturgeschichte werden behandelt.
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Eine Pfandherrschaft Kaiser Maximilians I. im 20. Jahrhundert

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I. Ein „historischer“ Grundbucheintrag

II. Eine „ältere Satzung“

III. Neues Rechtsdenken: Hypothek

IV. Der Niederschlag im Grundbuch

I. Ein „historischer“ Grundbucheintrag

Im Grundbuch (Hauptbuch) der Katastralgemeinde Sankt Pangraz im Gerichtsberzirk Meran in Südtirol, angelegt um 1900, finden wir eine Eintragung, die auf das Jahr 1492 zurückgreift. In der Einlagezahl 29/I „Eschenlohe (Geschlossener Hof)“ finden wir im Lastenblatt (C-Blatt) Eintragung: „Infolge der Urkunde vom 10. Februar 1492 inseriert im Schatzarchiv [vom 12. Februar 1492 Zl. 930] ist der Eigentümer dieses Grundbuchkörpers nach Massgabe der bezeichneten Urkunde zu Gunsten des Gotthard Grafen Trapp und dessen Erben in der Verfügung über diesen Grundbuchskörper beschränkt. (Grundbuchanlegungsakt, Protokoll N. 42)“. Der in eckige Klammer gesetzte Passus beruht offensichtlich auf einem SchreibFehler und hat richtig zu lauten „…. vom 13. Februar 1492 Zl. 983 ….“1.

Zwei in ihrem rechtlichen Gehalt korrespondierende Urkunden 1492 II 10 (inseriert in das nachfolgend genannte Instrument) und 1492 II 132 beinhalten einen Vergleich, abgeschlossen zwischen König (seit 1508 Kaiser) Maximilian I. als Landesfürsten der Gefürsteten Grafschaft Tirol einerseits und den Brüdern Jörg, Jakob und Karl von Trapp andererseits. Die Letztgenannten verzichten für sich und ihre Erben auf alle Rechte, welche ihnen bezüglich Schloß und Herrschaft „Yfan“ zustehen zugunsten König Maximilians I., der dafür eine Summe von 15.000 fl.rh. (= Gulden rheinisch) zu leisten verspricht. Im Einvernehmen der Vertragspartner wird jedoch weiters festgesetzt, da...

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