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Studien V: Entwicklungen des Öffentlichen und Privatrechts II

Wilhelm Brauneder

Die Beiträge des Buches umfassen nahezu alle Aspekte der Rechtsgeschichte: die Staatsordnungen Europas im 19. Jahrhundert, Grundrechte 1848 und für Bosnien 1910, die Stellung der Länder in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert, Mehrsprachigkeit in der Habsburgermonarchie, Kirchenstaatspläne 1916/1918 sowie die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Aber auch mittelalterliches Landrecht, Eheschließungsrecht, Naturrecht, Baurecht als Sozialreform und Literaturgeschichte werden behandelt.
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Ein Autor historischer Romane?

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Zu einem wesentlichen Bestandteil der Literatur des 19. Jahrhunderts zählen historische Romane von etwa Goethes Lese-Drama „Götz v. Berlichingen“ bis hin in die Trivialliteratur. Vom Ritterroman nach dem Vorbild insbesondere Walter Scotts „Waverley“ und „Ivanhoe“ weitete sich die Thematik zu einem gesamten „Panoptikum der Geschichte“ (Martin Greiner, Die Entstehung der modernen Unterhaltungsliteratur, 1964). Es reichte schließlich bis in die damalige Gegenwart. Hermann Goedsche etwa behandelte unter dem Pseudonym Sir John Retcliffe mit u. a. „Sewastopol“ (1856/67) romanhaft die Zeitgeschichte des Krimkrieges. Zeitgeschichte bietet gerade im Bereich der Trivialliteratur in wesentlich stärkeren Auflagen Karl May: die Kämpfe zwischen Juarez und Maximilian in Mexiko, auch die Person des Bayernkönigs Ludwig II.

Die landläufige Einstufung Mays als Autor spannender Romane mit Abenteuern im Wilden Westen oder Nahen Osten wird seinem Gesamtwerk somit nicht gerecht. May verfasste Dorfgeschichten, Humoresken, zeitgenössische Gesellschaftsromane und eben auch historische Romane und Erzählungen. Historische Szenen oder Reminiszenzen finden sich selbst in seinen Reiseerzählungen. Seine geschichtsträchtigen Ausführungen sind also vielfältigster Natur.

Zur ersten Gruppe zählen Bemerkungen, eingestreut in den Erzählfluß, für den sie aber nicht handlungsrelevant sind. So hat er zwischen etwa 1880 und 1890 auf jüngste historische Ereignisse Bezug genommen, indem er die neue politische Spitze Deutschlands schilderte, und zwar mehrfach und in ähnlicher Weise etwa wie folgt: Deutschland besitze einen „Padischah“ wie die Osmanen, aber daneben noch mehrere „Paschas“ bzw. „mehrere Häuptlinge, welche K...

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