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Maßnahmen finanzieller Restrukturierung

Rahmenbedingungen, Bewertung und Ausgestaltung am Beispiel von Debt Equity Swaps

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Carlo Dirschedl

Gegenstand der Untersuchung sind Debt Equity Swaps, bei denen gegen die schuldnerische Gesellschaft gerichtete Forderungen in Eigenkapital gewandelt werden sollen. Die Bewertung der einzulegenden Forderungen wird durch den Gesetzgeber nicht abschließend geklärt. Nach einer rechtlichen Grundlegung entwickelt der Autor einen Formelapparat, der die Ermittlung der Werthaltigkeit der Sacheinlage sowie die Bewertung aller weiteren Kapitalgeberansprüche ermöglicht. Weil die Entscheidung über Fortführung oder Liquidation nicht aus Unternehmensgesamtperspektive getroffen wird, sondern den entscheidungsberechtigten Kapitalgebergruppen obliegt, kann es zu Interessenskonflikten kommen. Diese gilt es effektiv und effizient zu lösen.
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5 Prüfung der Vorteilhaftigkeit des Sanierungsversuchs aus der Perspektive von Alteigentümern und Gläubigern

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5.1 Überblick

Die Entscheidung über Fortführung oder Liquidation des schuldnerischen Unternehmens wird nicht auf Basis der Ergebnisse in Kapitel 4 aus einer übergeordneten Perspektive getroffen, sondern obliegt den beteiligten Kapitalgebergruppen. Bereits die Ausführungen in Kapitel 2.4 haben gezeigt, dass die möglicherweise auftretenden Interessenkonflikte zwischen Eigentümern und erstrangigen bzw. zweitrangigen Gläubigern dazu führen können, dass aus betriebswirtschaftlicher Gesamtperspektive nachteilige Sanierungslösungen gewählt bzw. vorteilhaftere Alternativen abgelehnt werden. Deshalb wird im weiteren Verlauf des Kapitels die Entscheidungssituation der einzelnen Anspruchsgruppen modelliert und deren Entscheidungsverhalten untersucht.

Um widerspruchsfreie und in sich konsistente Bewertungsergebnisse zu erhalten, ist es erforderlich, dass der Ermittlung der Werthaltigkeit der einzelnen Kapitalgeberansprüche die Ergebnisse aus Unternehmensgesamtperspektive zugrunde liegen. Basierend auf diesen Erkenntnissen sind der verbleibende Wert des Eigenkapitals der Alteigentümer (Kapitel 5.2), der Wert der im Rahmen des Debt Equity Swap einzulegenden Forderung (Kapitel 5.3) und der Wert aller sonstigen, gegen die Gesellschaft gerichteten Ansprüche unter der Going Concern-Prämisse zu ermitteln. Es muss also sichergestellt sein, dass die Summe der Fortführungswerte der individuellen Anspruchsgruppen dem Unternehmensgesamtwert bei unterstellter Fortführung entspricht. Im Folgenden gilt, dass die Werte bei unterstellter Fortführung ohne finanzielle Sanierung als Ausgangspunkt der Verhandlungen dienen792, also in gewisser Weise als „Eintrittskarten“793 in das zu sanierende Unternehmen anzusehen sind.

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