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Die Patriotische Gesellschaft in Bern und Isaak Iselins Anteil an der europäischen Geschichtsphilosophie

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Margret Genna-Stalder and Lars Lambrecht

Das Buch präsentiert zwei sehr unterschiedliche Textformate: eine Forschungsarbeit von 1974 zur «Patriotischen Gesellschaft in Bern», die jetzt erstmalig gedruckt vorliegt, und eine vorläufige Dokumentation zum Anteil des Basler Ratsherrn Isaak Iselin (1728–1782) an der europäischen Geschichtsphilosophie. Iselin war Gründungsmitglied der Berner Gesellschaft und Autor der ersten deutschsprachigen Geschichtsphilosophie. Die gegenseitige Bezugnahme der beiden Studien zum «Ursprung» des geschichts philosophischen Denkens und dem simultanen Beginn der Patriotischen Gesellschaften am Beispiel der Berner zeigt vor allem eins: Sie macht den Anspruch jener Aufklärer plausibel, die theoretische Entwürfe mit der sozioökonomischen Praxis im Bestreben um politische Reformen verbunden wissen wollten.
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Anhang I: Zur Fontenelle-Rezeption

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Neben der erwähnten Übersetzungstätigkeit Gottscheds müsste sich eine Forschung zum Verhältnis Fontenelles zu deutschen Gelehrten in erster Linie schon zeitgenössisch auf G.W. Leibniz als den vielleicht größten deutschen Philosophen von universellem Gehalt und eben solcher Bedeutung beziehen. Doch die Beziehungen zwischen Fontenelle und Leibniz sind nach dem Stande augenblicklichen Kenntnis mit Ausnahme einiger weniger Detailstudien, wie z.B. zur Mathematikgeschichte oder zur Edition ihres Briefwechsels, leider so gut wie nicht bearbeitet. Denn immerhin wurde z.B. Leibniz – nach jahrelangen Kontakten mit den französischen Wissenschaftlern und auch mit Fontenelle – im Jahre 1700 als auswärtiges Mitglied unter dem Sekretariat von Fontenelle in die Pariser Académie des Sciences aufgenommen. Außerdem hatte kaum einer – sieht man von E. Cassirer ab – auf die Bedeutung Leibnizens mit mehr Enthusiasmus verwiesen als eben jener Sekretär der Académie des Sciences, Fontenelle, in seiner – in der Forschung allerdings nun doch mehrfach erwähnten – 1717 mündlich vorgetragenen Éloge de M. de Leibnitz, die dann 1731 gedruckt erschienen war.279 Hier rühmte Fontenelle Leibniz u.a. auch als ‚Historiker‘ – im Sinne eines dem ‚Historischen‘ nicht nur Aufgeschlossenen, sondern auch als eines eigene Forschungen tätigenden Geschichtswissenschaftlers. Zumindest andeutungsweise darüber hinaus bezog sich Fontenelle auch auf Leibniz als Geschichtsphilosophen, was bis heute allerdings unklar zu sein scheint.280 Folgt man jedoch Fontenelles Charakterisierung der Leibniz’schen Position – zu berücksichtigen ist dabei sowohl seine eigene Parteinahme für die modernes, als auch, dass sich beide lange gekannt und sich dabei auch...

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