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Die Patriotische Gesellschaft in Bern und Isaak Iselins Anteil an der europäischen Geschichtsphilosophie

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Margret Genna-Stalder and Lars Lambrecht

Das Buch präsentiert zwei sehr unterschiedliche Textformate: eine Forschungsarbeit von 1974 zur «Patriotischen Gesellschaft in Bern», die jetzt erstmalig gedruckt vorliegt, und eine vorläufige Dokumentation zum Anteil des Basler Ratsherrn Isaak Iselin (1728–1782) an der europäischen Geschichtsphilosophie. Iselin war Gründungsmitglied der Berner Gesellschaft und Autor der ersten deutschsprachigen Geschichtsphilosophie. Die gegenseitige Bezugnahme der beiden Studien zum «Ursprung» des geschichts philosophischen Denkens und dem simultanen Beginn der Patriotischen Gesellschaften am Beispiel der Berner zeigt vor allem eins: Sie macht den Anspruch jener Aufklärer plausibel, die theoretische Entwürfe mit der sozioökonomischen Praxis im Bestreben um politische Reformen verbunden wissen wollten.
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4. Zur Wirkungsgeschichte der Iselin’schen geschichtsphilosophischen Initiative

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4.1 Die ersten Rezensionen und Erwähnungen

4.1.1 Die ‚positive‘ Rezeption

Auf jeden Fall hat nach Alfred Stern von „den zahlreichen Werken des berühmten Basler Ratsherrn […] keines größere Beachtung gefunden“ als die Muthmaßungen.143 Die Folge aber dieser Beachtung, die hier allerdings nicht nur die Muthmaßungen, sondern auch deren 2. Auflage unter dem Titel Geschichte der Menschheit umfaßt, war äußerst ambivalent: Als mehr oder weniger zustimmende Äußerungen sind in chronologischer Reihenfolge zu verzeichnen:

Die erst im dritten Jahr nach dem Erscheinen der Muthmaßungen offenbar erste, öffentliche und auffallend wohlwollende Besprechung von 1767 stammte, wie oben schon erwähnt, von Moses Mendelssohn;144 er urteilte:

„Noch angenehmer [sc.: als sich mit Fontenelle ‚in die Lüfte zu erheben‘, LL] ist es, alle diese Völker die ganze Revolution von ihrem ersten Ursprunge an, bis auf den Zustand [,] in welchem sie sich befinden, durchwandern zu lassen. Und ihren allmähligen Fortgang zum Gesittet werden, ihren Stillstand, Rückfall in die Barbarey und plözliche Erhebung mit philosophischen Augen zu betrachten. Ein Gemälde von dieser Art zeiget uns Hr. Iselin.“ Immer wieder betont Mendelssohn in seiner Wiedergabe zentraler Motive Iselins jenseits jeglicher Einseitigkeit oder Gradlinigkeit, dass dieser die „gute[n] und schlimme[n] Seite[n]“ der Verfassungen behandle, „ihre Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten, die den Fortgang der Menschen zur Glückseligkeit befördern und hemmen“. Mendelssohns Resümee lautet. „Welche Philosophie, welcher Unterricht sollte dem Weltb...

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