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Askese als Verhaltensrevolte

Konstanze Caysa

Das Buch stellt eine umfassende Philosophie der Askese dar und befasst sich mit dem Problem der Autoevolution des Menschen. Zugleich enthält es eine Philosophie der Stimmungen und Gefühle. Askese galt einst als Ausstiegsstrategie der Protestanten aus dem Katholizismus. Heute steht sie für eine perfekte Anpassung an den digitalen Kapitalismus, für Geschwindigkeit, Innovation, Flexibilität. Asketen gelten als apollinische Karrieristen, die mit ihrer ständigen Verfügbarkeit den Sozialstaat abschaffen wollen. Der Mensch ist ein Askesewesen, dessen Begierde durch die Sublimierung dionysischer Energie gehemmt wird. De facto ist die heutige Askese eine Art der Verhaltensrevolte gegenüber dem modernen Konsumismus, die auf einer modernen «Ökonomie des Heils» und einer «Ökonomie des Gehorsams» basiert.
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Vorwort

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Das hier vorliegende Buch ist entstanden durch den Versuch einer not-wendigen, an der Zeit seienden, Weiterführung meiner empraktischen Rauschphilosophie.1 Der Rausch kann, wird er bis ins Letzte maßlos ausgelebt, zum absoluten Schweigen führen, in den Tod. Soll er aber doch der Lebensintensivierung weiter dienen, bedarf er einer Explikation. Explikation ist Reflexion, Protrahierbarkeit: maßvolle Askese.

Auf der Suche nach einer wahrhaft rauschhaft verfassten, existenziell gelebten Eigenwelt des Künstlerphilosophen haben mich meine Studien weiter in die Erforschung der Metatropie getrieben, die einen gezügelten selbstbeherrschten Eigenwillen des Einzelnen zur Bedingung der Möglichkeit seiner Existenz hat. Die Fähigkeit des Einzelnen sich in sein Leben einzuüben, asketisch nach eigenen, selbst gesetzten Regeln leben zu lernen und so Herr seiner Selbst zu werden: Künstlerphilosoph – Metatropist zu sein auf einer, durch eine Verhaltensrevolte hervorgebrachten, Eigen-Insel des Lebens.

Auch in sehr schwierigen Situationen während des Prozesses des Schreibens haben meine Eltern, Sieglinde und Joachim Schwarzwald, stets zu mir gehalten, womit sie mir halfen, nicht ganz „den Kopf zu verlieren“. Dafür bin ich ihnen außerordentlich dankbar.

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