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Pensionsverpflichtungen in der Rechnungslegung nach IFRS

Theoretische und empirische Analyse alternativer Bilanzierungskonzepte

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Friederike Hablizel

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen, welche ein seit Jahrzehnten kontrovers diskutierter Bereich in der Rechnungslegung nach IFRS sind. Es stellen sich die Fragen, welche Regelungen zur Pensionsbilanzierung sachgerecht sind und welche Auswirkungen Bilanzierungsänderungen nach sich ziehen können. Die Autorin greift diese Fragen auf und zeigt neben der Reformnotwendigkeit der Pensionsbilanzierung alternative Bilanzierungskonzepte auf. Ein empirischer Teil widmet sich darauf aufbauend der Untersuchung von bilanziellen Auswirkungen einer Reform der Pensionsbilanzierung auf zentrale Kennzahlen. Dies ermöglicht eine Abschätzung der mit einer Bilanzierungsänderung einhergehenden Entscheidungsänderungen von Erstellern und Adressaten und leistet einen Beitrag zur standardsetzungsrelevanten Ex-ante-Forschung.
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1 Einleitung

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1.1 Problemstellung und Zielsetzung

„Pension costs are one of the most complex and obscure areas of accounting.“1

Mit diesem Zitat charakterisiert Sir David Tweedie, ehemaliger Vorsitzender des International Accounting Standards Board (IASB), die Bilanzierung von Pensionszusagen in der Internationalen Rechnungslegung. Die Regelungen zur bilanziellen Abbildung von Pensionszusagen in den International Financial Reporting Standards (IFRS), welche in dem International Accounting Standard (IAS) 19 Employee Benefits kodifiziert sind, werden insbesondere auf Grund der wenig transparenten und unvollständigen bilanziellen Abbildung der von Unternehmen gewährten Pensionszusagen kritisiert. So gelten die nach IAS 19 veröffentlichten Pensionsinformationen selbst für geübte Bilanzleser als hoch komplex,2 vor allem da die vollständigen Informationen über bestehende Pensionsverpflichtungen nicht – wie zu erwarten wäre – aus der Bilanz, sondern lediglich aus einer Vielzahl von unübersichtlichen Anhangangaben entnommen werden können.3 Dies wird beispielsweise am Abschluss der Daimler AG deutlich. Im Jahr 2012 beträgt der Barwert der Pensionsverpflichtungen (Defined Benefit Obligation, DBO) der Daimler AG, bewertet nach den einschlägigen versicherungsmathematischen Regelungen des IAS 19, 23.933 Mio. EUR; von diesen werden insgesamt 7.900 Mio. EUR vollständig nicht bilanziell erfasst. In der Bilanz als Verpflichtung ausgewiesen werden lediglich 1.911 Mio. EUR.4 Gleichwohl ist anzumerken, dass diese unvollständige bilanzielle Abbildung durch die Überarbeitung des IAS 19 im Jahr 2011 inzwischen zumindest in Teilen behoben wurde.

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