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Gernika / «Guernica» als Erinnerungsort in der spanischsprachigen Literatur

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Benjamin Inal

Das Buch befasst sich mit der Repräsentation des Erinnerungsortes Gernika in der spanischsprachigen Literatur. Die Bombardierung der baskischen Kleinstadt im Jahre 1937 stellt ein herausragendes Ereignis des Spanischen Bürgerkriegs dar. Für die Künste lässt sich an Pablo Picassos Gemälde Guernica (1937) und dessen Rezeptionsgeschichte ablesen, zu welchem Politikum die Bombardierung mit der Zeit avancierte. Der Autor untersucht erstmalig und umfassend die Repräsentation des Ereignisses in spanischsprachigen Dramen- und Prosatexten. Seine Analysen machen weite kulturgeschichtliche Kontexte zugänglich und illustrieren, inwiefern die Zerstörung Gernikas für die Zeit von 1937 bis heute einen wirkungsvollen Erinnerungsort für baskische, spanische und transnationale Bezugsgruppen darstellt.
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Kapitel 4: Der Erinnerungsort Gernika in Texten der spanischsprachigen Literatur

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Agotados los hechos, nacen las palabras.

Mariano José de Larra Artículos de costumbres

Mit Sombra de héroes liegt ein Dramentext vor, der wie Picassos Guernica oder Paul Éluards Gedicht La victoire de Guernica noch im Jahr der Bombardierung eine künstlerische Reaktion auf das Ereignis darstellte. Das Stück wurde im Dezember des Jahres in Madrid uraufgeführt – nirgendwo anders als im Teatro de la Zarzuela, welches zur damaligen Zeit unter der Leitung von María Teresa León Teatro de Arte y Propaganda hieß273 – und 1939 in dem Band Teatro de urgencia unter anderem zusammen mit einem Stück Rafael Albertis publiziert.274 Der Autor, Gérman Bleiberg, wurde 1915 in Madrid geboren und publizierte als promovierter Hispanist beispielsweise (gemeinsam mit Julián Marías, dem Vater des späteren Erfolgsautors Javier Marías) das zur damaligen Zeit einschlägige Diccionario de Literatura Española.275 Daneben konnte Bleiberg auch auf literarischem ← 143 | 144 → Gebiet Erfolge vorweisen. Ab 1935 wurden Gedichte Bleibergs veröffentlicht und er erlang 1938 für das Dramenstück La huida den Premio Nacional de Literatura, den er sich mit Miguel Hernández teilte. Kurze Zeit später sollten sich Bleibergs und Hernández’ Wege in tragischer Weise erneut kreuzen: Bleiberg war von 1939 bis 1943 in franquistischen Gefängnissen inhaftiert und verbrachte in jener Zeit fünf Monate gemeinsam mit Miguel Hernández, der das Gefängnis nicht überleben sollte. Bleiberg hingegen ging nach seiner Freilassung in die USA...

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