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Risikogeschäfte und strafbare Untreue

Entscheidungstheorie und Verhaltensökonomie im Strafrecht

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Martin Stenzel

Der Autor beschäftigt sich mit der Problematik der strafrechtlichen Beurteilung von Unternehmensentscheidungen im Rahmen des § 266 StGB. Er untersucht, ob unternehmerische Entscheidungen justiziabel sind und welche Einschränkungen gemacht werden müssen. Dazu stellt der Autor die Erkenntnisse der Entscheidungslehre und «Behavioral Economics» dar und analysiert sie umfassend. Er arbeitet heraus, inwieweit diese Erkenntnisse in das Strafrecht übertragen werden können, und zeigt deren Bedeutung für den Prozess der gerichtlichen Überprüfung einer unternehmerischen Entscheidung auf. Einen Schwerpunkt bildet die Frage, ob intuitive Entscheidungen tatsächlich schlechter als rationale Entscheidungen und daher zwangsläufig pflichtwidrig sind. Hierzu führte der Autor eine Umfrage unter Entscheidungsträgern durch.
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J. Verhaltensökonomik und Strafrecht

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957

Abschließend bleibt zu klären, welche Bedeutung der Verhaltensökonomie für die strafrechtliche Beurteilung958 von Unternehmensentscheidungen zukommt959.

Die Verhaltensökonomen haben aufgezeigt, dass Menschen in Entscheidungssituationen systematisch gegen das Rationalwahlmodell verstoßen. Es bestehen kognitive Beschränkungen, welche zwangsläufig, selbst bei Experten, auftreten. Bei der strafrechtlichen Beurteilung unternehmerischer Entscheidungen wird diesen Erkenntnissen keine Bedeutung beigemessen. Es wird immer noch verlangt, dass Entscheidungen aufgrund rationaler Abwägungsprozesse getroffen werden. Die Ursache hierfür liegt auch darin, dass außerhalb eines rationalen Abwägungsprozesses die Beurteilung von Entscheidungen nicht möglich ist.

Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der Verhaltensökonomie ist die bisherige Form der Beurteilung kritisch zu sehen. Letztlich geht man davon aus, dass Entscheider „homo oeconomii“ seien, bzw. wie solche zu handeln hätten. Die Verhaltensökonomie hat eindrucksvoll gezeigt, dass es den „homo oeconomicus“ nicht gibt. Ein Vermögensinhaber kann von einem Treuhänder nicht verlangen, dass er Fähigkeiten aufbringt, welche ihm aber nicht möglich sind. Es kann nicht verlangt werden, dass ein Treuhänder wie ein „homo oeconomicus“ handelt.

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