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Musik an den Welfenhöfen

Series:

Reinmar Emans, Oliver Huck and Sven Hiemke

Der Musik an den Welfenhöfen kam im 17. und 18. Jahrhundert eine überregionale Bedeutung zu, wie die in diesem Band vereinten Beiträge unterstreichen. Insbesondere in Wolfenbüttel und Hannover wirkten bedeutende Musiker, darunter Michael Praetorius, Heinrich Schütz, Antonio Sartorio, Agostino Steffani und Georg Friedrich Händel. Beide Höfe leisteten sich eine glänzende Hofhaltung, bei der neben Kunst, Literatur und Philosophie die Musik eine tragende Rolle zur Repräsentation der Herzöge spielte, von denen einige selber musizierten, Libretti schrieben oder komponierten. Als Liebhaber der venezianischen Oper und Bewunderer der Hofführung von Ludwig XIV. brachten sie im ausgehenden 17. Jahrhundert von ihren Reisen nach Italien und Frankreich Musik und Musiker mit und etablierten im Norden eine geradezu europäisch geprägte Musikszene.
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„Carmina gratulatoria cum notis musicis“ für Herzog August zu Braunschweig und Lüneburg

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There is a remarkable number of compositions dedicated to duke August in occasion either of the New Year and or his birthday. A manuscript collection of such ‘carmina gratulatoria’ in the Herzog August Bibliothek is examined in detail. August asked Martin Coler to comment on one piece sent by Johann Jakob Dannenritter and, due to the “vitia”, accepted the proposal of his chapel master to replace the composition for the print of the ‘Selene guelfica’.

Heinrich Schütz hat Herzog August zu Braunschweig und Lüneburg (1579–1666) zwar keines seiner gedruckten Werke gewidmet, als Oberkapellmeister bekanntlich jedoch zahlreiche Drucke und Manuskripte übersandt.1 In zwei Fällen steht die Übersendung von Noten mit dem Geburtstag des Herzogs am 10. April in unmittelbarem Zusammenhang. Schütz’ Brief vom 10. April 1661, dem die erweiterte Ausgabe des Becker’schen Psalters (RISM S 2284) beiliegt, enthält eine explizite Gratulation zum 82. Geburtstag des Herzogs2 und das nach Wolfenbüttel übersandte Manuskript der Erstfassung seiner Johannes-Passion ist auf den 10. April 1665 datiert.3 Zudem ist es mehr als wahrscheinlich, dass er dem Herzog zu dessen 66. Geburtstag am 10. April 1645 auch eine Komposition gewidmet hatte: Das unter Schütz’ Namen in Martin Goskys Arbustum vel Arboretum publizierte Gedicht Der Musen Glükwünschung „MJt süssem Klang o schönst’ Auror’“4 dürfte einer Verto ← 55 | 56 → nung des Textes entnommen sein.5 Erst ab dem Jahr 1651, nach dem Erscheinen des Arbustum, erschienen die „Munera natalitia“ jeweils als...

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