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Musik an den Welfenhöfen

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Reinmar Emans, Oliver Huck and Sven Hiemke

Der Musik an den Welfenhöfen kam im 17. und 18. Jahrhundert eine überregionale Bedeutung zu, wie die in diesem Band vereinten Beiträge unterstreichen. Insbesondere in Wolfenbüttel und Hannover wirkten bedeutende Musiker, darunter Michael Praetorius, Heinrich Schütz, Antonio Sartorio, Agostino Steffani und Georg Friedrich Händel. Beide Höfe leisteten sich eine glänzende Hofhaltung, bei der neben Kunst, Literatur und Philosophie die Musik eine tragende Rolle zur Repräsentation der Herzöge spielte, von denen einige selber musizierten, Libretti schrieben oder komponierten. Als Liebhaber der venezianischen Oper und Bewunderer der Hofführung von Ludwig XIV. brachten sie im ausgehenden 17. Jahrhundert von ihren Reisen nach Italien und Frankreich Musik und Musiker mit und etablierten im Norden eine geradezu europäisch geprägte Musikszene.
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Eine Herzog August gewidmete Suite für Harfe von Wolfgang Teubener

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.Selten haben die Instrumentalisten der großen europäischen Kapellen in der Frühen Neuzeit fernab von fürstlichem Auftrag die Notwendigkeit gesehen oder die Gelegenheit gehabt, ihre Fähigkeiten auf dem Gebiet der Komposition zu zeigen und diese ihren mächtigen Gönnern zu übereignen. Dies ist der Fall bei Wolfgang Teubener, einem in Prag geborenen Harfenisten, über den nur wenige und verstreute Nachrichten überliefert sind, von dem aber vor Kurzem zwei unveröffentlichte autographe Dokumente, ein Brief und eine Komposition, aus dem Bestand der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel aufgetaucht sind.Die erste dokumentarische Erwähnung des Harfenisten, auf die wir stoßen, datiert auf den 11. November 1645 und bringt ihn kurioserweise mit Alkoholkonsum auf einer Insel in der Spree (in Cölln, das heute Teil von Berlin ist) in Verbindung, zusammen mit einigen schwedischen Offizieren. Aus dem Bericht über die verschiedenen skurrilen Ereignisse sei die Tatsache hervorgehoben, dass Teubener deshalb erwähnt wird, weil er, die Harfe spielend, durch die ruhigen nächtlichen Straßen der Stadt gezogen sei und sich zusammen mit seinen Zechbrüdern, sicherlich durch übermäßigen Alkoholkonsum ermutigt, zu unpassender Stunde Zugang zum Haus des Bürgermeisters Philipp Trumbach verschafft, die Tür zu dessen Schlafzimmer aufgebrochen und ihn und seine Frau bedroht habe. Die in den berichtete Episode endet mit der Festnahme und anschließenden Freilassung des Harfenisten dank der Vermittlung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg.

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