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Musik an den Welfenhöfen

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Reinmar Emans, Oliver Huck and Sven Hiemke

Der Musik an den Welfenhöfen kam im 17. und 18. Jahrhundert eine überregionale Bedeutung zu, wie die in diesem Band vereinten Beiträge unterstreichen. Insbesondere in Wolfenbüttel und Hannover wirkten bedeutende Musiker, darunter Michael Praetorius, Heinrich Schütz, Antonio Sartorio, Agostino Steffani und Georg Friedrich Händel. Beide Höfe leisteten sich eine glänzende Hofhaltung, bei der neben Kunst, Literatur und Philosophie die Musik eine tragende Rolle zur Repräsentation der Herzöge spielte, von denen einige selber musizierten, Libretti schrieben oder komponierten. Als Liebhaber der venezianischen Oper und Bewunderer der Hofführung von Ludwig XIV. brachten sie im ausgehenden 17. Jahrhundert von ihren Reisen nach Italien und Frankreich Musik und Musiker mit und etablierten im Norden eine geradezu europäisch geprägte Musikszene.
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Johann Sigismund Kussers Ariadne im Kontext des Sommeil d’Atys

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In the 17th and 18th century dream scenes are an integral dramatic element. French composers and librettists especially reused the dream scene from J-B. Lully’s ‘Atys’. It has been suggested, that also outside France it has been received, but so far there has not been brought forward sufficient evidence. An example is to be found in the Kusser’s and Bressand’s Ariadne, which however does not just copy its model. Besides, this essay sketches further examples and evinces potential ways of reception.

Träume und Orakel sind bereits in der griechischen Tragödie ein fester Bestandteil der Dramaturgie. Sie künden von künftigen Entwicklungen, können das Handlungsgeschehen beeinflussen und sind zumeist Sprachrohr göttlicher Eingebungen. Häufig sagen sie tragische Zuspitzungen des Dramas und zukünftiges Leid voraus und fungieren somit als Vorboten des sich ankündigenden Unglücks oder einer anderen schicksalhaften Wendung. Nicht immer muss sich jedoch das Schlimmste ereignen, da die Auslegung des Traums und die daraus resultierende Entscheidung des Protagonisten gewisse Spielräume offen lassen können. Traumszenen steuern somit entscheidend die Erwartungshaltung des Publikums, sorgen für die Entstehung von Spannungsräumen sowie für dramaturgische Höhepunkte und schaffen eine phantastische, zuweilen aber auch düstere Atmosphäre.1 In der griechischen Tragödie offenbaren sich Träume vor allem in Form von Traumberichten oder als ‚szenische Traumeinlagen‘, in denen die sich im Traum ereignete Handlung auf der Bühne gezeigt wird.2

Im Musiktheater des 17. und 18....

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