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Musik an den Welfenhöfen

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Reinmar Emans, Oliver Huck and Sven Hiemke

Der Musik an den Welfenhöfen kam im 17. und 18. Jahrhundert eine überregionale Bedeutung zu, wie die in diesem Band vereinten Beiträge unterstreichen. Insbesondere in Wolfenbüttel und Hannover wirkten bedeutende Musiker, darunter Michael Praetorius, Heinrich Schütz, Antonio Sartorio, Agostino Steffani und Georg Friedrich Händel. Beide Höfe leisteten sich eine glänzende Hofhaltung, bei der neben Kunst, Literatur und Philosophie die Musik eine tragende Rolle zur Repräsentation der Herzöge spielte, von denen einige selber musizierten, Libretti schrieben oder komponierten. Als Liebhaber der venezianischen Oper und Bewunderer der Hofführung von Ludwig XIV. brachten sie im ausgehenden 17. Jahrhundert von ihren Reisen nach Italien und Frankreich Musik und Musiker mit und etablierten im Norden eine geradezu europäisch geprägte Musikszene.
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Gefühltes Theater – Theater-Gefühle

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Henrico Leone .Die Frage, wie Musik und menschliche Gefühle zusammenhängen, wurde bereits in der Antike gestellt. Im 6. Kapitel seiner schreibt Aristoteles der Tragödie eine Katharsis-Funktion zu, die eine „Reinigung“ von bestimmten affektiven Erregungszuständen wie Rührung und Schrecken zu bezeichnen scheint und damit eine läuternde Wirkung beim Zuschauer evoziere. Jene kathartische Wirkungskraft ist gemäß Aristoteles auch der Musik inhärent; Musik vermag „auf den Charakter und die Seele“ einzuwirken, daher eigne sie sich auch zur charakterlichen Erziehung. Zudem bereite Musik Vergnügen: „Soll man also nicht nur das von allen geteilte Vergnügen, das alle als Wirkung von Musik empfinden, genießen – Musik bringt ja eine natürliche Freude, weshalb Musikgenuß bei allen Altersstufen und Charaktertypen beliebt ist?“ Diesen von Aristoteles als rhetorische Fragen formulierten Forderungen folgt die Feststellung: „Musik gehört nun zu den Freude bereitenden Dingen, | und charakterliche Vorzüglichkeit hat damit zu tun, daß man in der richtigen Weise Freude empfindet, liebt und haßt.“

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