Show Less
Restricted access

Lampenfieber und Angst bei ausübenden Musikern

Kritische Übersicht über die Forschung. Zweite, überarbeitete Auflage

Series:

Ein Bühnenauftritt verlangt vom Musiker Konzentration und schöpferische Kraft statt Aufregung und Angst. Ist die optimale Konzerterfahrung eine Schimäre? Weder für Lampenfieber noch für Aufführungsangst existiert eine einheitliche Definition. Das Ergebnis ist ein Bündel von Symptombeschreibungen und Erklärungsversuchen, differierenden theoretischen Ansätzen und experimentellen Methoden. Dieser Literaturbericht umfaßt Erkenntnisse aus der Angstforschung, Sportpsychologie und klinischen Psychologie. Diese werden unter Einbeziehung der Besonderheiten des Musizierens betrachtet. Durch eine geordnete Übersicht wird Auskunft über den gegenwärtigen Wissensstand geboten. Die kritische Beurteilung der bisherigen Untersuchungen schließt Empfehlungen für die zukünftige Forschung ein.
Show Summary Details
Restricted access

I. Einleitung

Extract

← 16 | 17 →

I.   Einleitung

Nothing is more devastating to a performing artist than not having the chance to be on stage and, as the pervasiveness of performance anxiety attests, nothing is more threatening than having that chance.1

Es ist nicht allzu lange her, daß fast jeder Artikel über Lampenfieber bzw. Aufführungsangst mit der Rüge begann, es gäbe keine oder viel zu wenige Untersuchungen zu diesem Thema, obwohl die Häufigkeit des Problems und die Heftigkeit der Symptome längst Aufmerksamkeit verdient hätten. Inzwischen wurde just dieses Thema Quelle für zahlreiche Magister- und Doktorarbeiten. Eine Abfrage der Datenbank „first search“ im Jahr 2000 ergab 486 Eintragungen allein unter dem Begriff „stage fright“. Aber bis auf einige Literaturberichte sind die Mehrzahl dieser Arbeiten der Öffentlichkeit vorenthalten geblieben. Die Ergebnisse wurden nicht weiter publiziert, sondern sind nur an den jeweiligen Institutionen und über Mikrofiche einzusehen. Wenn die nahezu 400 Artikel der Fachjournale und -bücher dazu gezählt werden, die die Verfasserin im Laufe ihrer Forschung las, kann also von einer Vernachlässigung des Themas nicht mehr gesprochen werden – von den Selbsthilfebüchern, die gelegentlich die Tische der Buchhandlungen zieren, ganz zu schweigen.

In Anbetracht der Energien, die in aller Welt in dieses Thema investiert wurden – die vielen Stunden des Recherchierens, Experimentierens und Schreibens – sind die Resultate überhaupt nicht zufriedenstellend. Das Phänomen des Lampenfiebers bzw. der Aufführungsangst bleibt ein Geheimnis: es fehlt eine einheitliche Terminologie, die Ursachen sind...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.