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Lampenfieber und Angst bei ausübenden Musikern

Kritische Übersicht über die Forschung. Zweite, überarbeitete Auflage

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Ein Bühnenauftritt verlangt vom Musiker Konzentration und schöpferische Kraft statt Aufregung und Angst. Ist die optimale Konzerterfahrung eine Schimäre? Weder für Lampenfieber noch für Aufführungsangst existiert eine einheitliche Definition. Das Ergebnis ist ein Bündel von Symptombeschreibungen und Erklärungsversuchen, differierenden theoretischen Ansätzen und experimentellen Methoden. Dieser Literaturbericht umfaßt Erkenntnisse aus der Angstforschung, Sportpsychologie und klinischen Psychologie. Diese werden unter Einbeziehung der Besonderheiten des Musizierens betrachtet. Durch eine geordnete Übersicht wird Auskunft über den gegenwärtigen Wissensstand geboten. Die kritische Beurteilung der bisherigen Untersuchungen schließt Empfehlungen für die zukünftige Forschung ein.
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II. Das Phänomen: Lampenfieber und/oder Aufführungsangst

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II.   Das Phänomen: Lampenfieber und/oder Aufführungsangst

So unterschiedlich wie Fingerabdrücke scheinen Ursachen, Bedeutung und Anzeichen des Lampenfiebers bei den einzelnen Musikern zu sein, trotz der Universalität des Phänomens2. Parallel zur Bandbreite der Erscheinungsbilder hat sich auch eine Vielfalt von Terminologien herausgebildet:

Each medical specialty has developed its own jargon over the years, and international differences in terminology, definition, and usage have added to the confusion.3

Wer sich daher mit der Literatur befaßt, wird feststellen müssen, daß hier zwar derselbe Symptomkomplex – nämlich Physiologie, Verhalten und Kognitionen bzw. Emotionen des aufführenden Musikers – untersucht wird, daß jedoch gleichzeitig keinerlei Einigkeit darüber herrscht, ob es sich nun um eine „Angst“4, „Phobie“5, „Paranoia“6, „Neurose7“, „Verhaltens- oder Funktionsstörung“8, „Streßkrankheit“9 oder ein „Paniksyndrom“10 handelt. Es gibt auch Literatur, in der man von einer „social phobia“11 oder „social anxiety disorder“ (auch „psychische Angststörung“12 genannt) spricht, oder gar von einem „nicht krankhaften Unbehagen“13.

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