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Lampenfieber und Angst bei ausübenden Musikern

Kritische Übersicht über die Forschung. Zweite, überarbeitete Auflage

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Ein Bühnenauftritt verlangt vom Musiker Konzentration und schöpferische Kraft statt Aufregung und Angst. Ist die optimale Konzerterfahrung eine Schimäre? Weder für Lampenfieber noch für Aufführungsangst existiert eine einheitliche Definition. Das Ergebnis ist ein Bündel von Symptombeschreibungen und Erklärungsversuchen, differierenden theoretischen Ansätzen und experimentellen Methoden. Dieser Literaturbericht umfaßt Erkenntnisse aus der Angstforschung, Sportpsychologie und klinischen Psychologie. Diese werden unter Einbeziehung der Besonderheiten des Musizierens betrachtet. Durch eine geordnete Übersicht wird Auskunft über den gegenwärtigen Wissensstand geboten. Die kritische Beurteilung der bisherigen Untersuchungen schließt Empfehlungen für die zukünftige Forschung ein.
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VI. Untersuchungen

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VI.   Untersuchungen

1.   Begriffsbestimmung „Behavior“

Kein Wort wird in Verbindung mit Lampenfieber und Angst so oft und undifferenziert benutzt wie „behavior“. In der für diese Arbeit gesichteten Literatur wurden das Substantiv „behavior“ und das Adjektiv „behavioral“135 in mindestens drei verschiedenen Zusammenhängen gebraucht. Auch auf die Gefahr hin, einen linguistischen Nebenpfad zu betreten, soll hier eine kurze Übersicht der Bedeutungen erfolgen. Denn nur durch eine differenzierte Betrachtung des Wortes läßt sich die oben genannte Beschreibung der Verhaltenskomponente („behavioral component“) mit den Symptombeobachtungen und Bewältigungsstrategien und -therapien der folgenden Übersicht der Untersuchungen vereinbaren.

„Behavior“ steht meistens für das Verhalten, das aktive Tun eines Menschen, das, was Lang „overt-motor“ nannte136. Beispiele hierfür wären ein Musiker, der gar nicht erst auftritt137, oder im Vorfeld eines Konzertes nicht ausreichend übt. Obwohl diese Handlung zeitlich vor der Aufführung liegt, ist sie ein fester Bestandteil des Lampenfiebersyndroms. In Verbindung mit der „Drei-Komponenten-Theorie“ und der in dieser Arbeit angestrebten Gliederung der Symptombeschreibung wurde das Wort bisher in diesem Sinne gebraucht.

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