Show Less
Restricted access

Theologie und Geschichte

Gesammelte Aufsätze: Band 5

Series:

Bernd Jaspert

Band 5 von Theologie und Geschichte enthält Aufsätze aus den Jahren 1982 bis 2016 sowie einen bisher unveröffentlichten Beitrag. In drei Abteilungen werden behandelt: 1) Grundfragen und Methodenprobleme (Kirchengeschichte als Wissenschaft), 2) Alte Kirche (Die Regula Benedicti im Urteil der deutschen evangelischen Theologie des 20. Jahrhunderts), 3) 19.-21. Jahrhundert (Geschichte des kurhessischen Pfarrervereins, Nachrufe auf W. Zeller, A. de Vogüé, H. Hübner). Die Beiträge zeigen den Zusammenhang von Theologie- und Frömmigkeitsgeschichte.
Show Summary Details
Restricted access

Die Regula Benedicti im Urteil der deutschen evangelischen Theologie des 20. Jahrhunderts

Extract

*

Bei ihrer Kritik am mittelalterlichen Mönchtum haben die Reformatoren des 16. Jahrhunderts die Regula Benedicti und die nach ihr lebenden Mönche und Nonnen weitgehend ausgenommen1, auch wenn manche Benediktiner- und Zisterzienserklöster von Männern und Frauen im Laufe der Reformation geschlossen werden mussten.

Auch später hat sich die evangelische Theologie meistens positiv über die Regula Benedicti geäußert.2 Das gilt auch für die deutsche evangelische Theologie des 20. Jahrhunderts. Im Einzelnen ist festzustellen:

1. Adolf von Harnack

Einer der Theologen, die den Weg zur positiven Beurteilung der Regula Benedicti im 20. Jahrhundert in der evangelischen Theologie geebnet haben, war Adolf von Harnack (1851-1930).3 Zwar lehnte er in seiner Gießener Vorlesung von 1880 über ← 19 | 20 → „Das Mönchtum, seine Ideale und seine Geschichte“4 die Weltflucht des Mönchtums ab und meinte, erst der Jesuitenorden des 16. Jahrhunderts habe „das letzte und authentische Wort des abendländischen Mönchtums“ gesprochen, als er jene Probleme gelöst hat, die weder Benedikt noch die Cluniacenser noch die Bettelorden des Mittelalters zu bewältigen imstande gewesen seien. Er habe nämlich „eine neugestimmte Frömmigkeit“ in der Kirche erzeugt, „die Laien für die Kirche zu interessieren verstanden und ihnen in seiner Mystik das zugänglich gemacht, was ihnen bisher versagt gewesen war. Er hat“ - bei einer gewissen sich selbst bewahrten Unabhängigkeit von der Kirche - „das gesamte Leben der Kirche auf allen Gebieten durchdrungen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.