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Die Eickstedt-Sammlung aus Südindien

Differenzierte Wahrnehmungen kolonialer Fotografien und Objekte

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Katja Müller

Das Buch nimmt die Eickstedt-Sammlung aus Südindien zum Ausgangspunkt und verbindet ethnologische Forschung im Museum mit postkolonialer Kritik an der Aneignung von Objekten und Fotografien. Dabei vermittelt die Sammlung als ethnohistorische Quellen ein Bild der Gesellschaft Südindiens in den 1920er-Jahren. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach «anderen» Wahrnehmungen: Wer stand mit welcher Intension hinter der Kamera? Und wie interpretiert man die Fotografien und Objekte im heutigen Südindien? Katja Müller stellt verschiedene Narrative aus Indien und Deutschland nebeneinander und macht damit deutlich, welche theoretischen Zusammenhänge und praktischen Machtstrukturen zwischen Objekten, Fotografien und menschlichen Akteuren damals wie heute bestehen.
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7. Schlussfolgerungen

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Dinge sind Zeugnisse, Dinge haben Bedeutungen, aber sie sind noch mehr als das. Sie sind möglicherweise Partner in Dialogen, die Ethnolog/innen erst noch zu führen lernen müssen. (Hahn 2010: 18)

Die vorangegangenen Kapitel lassen mehrere Stimmen in Bezug auf ein und dieselbe Sammlung zu Wort kommen. Während offensichtlich ist, dass es sich hier um neue biografische Kapitel der Fotografien und Objekte handelt und weder die eine noch die andere Interpretation (und auch nicht beide zusammen) einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, sollen die Wahrnehmungen im Folgenden nebeneinandergestellt werden, um die entstandenen Unterschiede und ihre möglichen Ursachen herauszukristallisieren. Im Anschluss daran wird zu erörtern sein, welche Rückschlüsse sich aus der Arbeit für die Beziehungen zwischen Mensch, Objekt und Fotografie ergeben.

Die Analyse, in welcher ich den ethnohistorischen Quellenwert der Fotografien und Objekte in den Vordergrund gestellt habe, hat gezeigt, dass es sich bei der Sammlung vielmehr um die bestätigende Konstruktion eines Bildes vom ‚Anderen‘ handelt als um eine repräsentative Abbildung des Tatsächlichen. Insofern ist der Aussage, dass sich aus kolonialen Fotografien mehr Informationen über den Aufnehmenden als über die/das Aufgenommene(n) gewinnen lassen, zuzustimmen. Dieselbe Konstruktionsmacht konnte ich darüber hinaus für die Objektsammlung feststellen.

Bei meiner Analyse der Fotografien und Objekte, und unter Hinzunahme der Tagebücher, erscheint Eickstedt insgesamt als geübter Amateurfotograf, der mittels Kamera, Messwerkzeug und Stift seine Theorien über den Subkontinent bestätigen wollte. Entsprechend der...

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