Show Less
Restricted access

Primat des Logos vor dem Ethos

Festschrift anlässlich des 40-jährigen Priesterjubiläums von P. Bernhard Vošicky OCist- Mitherausgegeben durch das Institut für Philosophie, dem Institut für Liturgiewissenschaft der Hochschule Heiligenkreuz und der Gebetsliga

Series:

Edited By Marian Gruber and Wolfgang Wehrmann

Die Festschrift würdigt das 40-jährige Priesterjubiläum und den 65. Geburtstag von P. Bernhard Vošicky OCist. Der international und österreichweit bekannte Seelsorger und Mönch ist zugleich Professor für Liturgiewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz Benedikt XVI. Namhafte Grußadressen von Politikern verschiedener Ebenen und kirchlichen Würdenträgern des deutschen Sprachraumes sowie spezifische Artikel zu Heiligen und Mönchen stellen einen Bezug zu seinem priesterlichen Leben her.
Show Summary Details
Restricted access

KULTUR als zivilisierte Wahrheit

Extract



Lassen Sie mich als Hinführung auf die wesentliche Intention der Enzyklika Fides et ratio mit einem Zitat aus den Screwtape Letters des bekannten englischen Schriftstellers und Philosophen C. S. Lewis beginnen. Er hat in den vierziger Jahren ein Erfolgsbuch geschrieben, das die Fragen und die Gefährdungen des modernen Menschen geistreich und ironisch in der Form fiktiver Briefe eines höheren Teufels beleuchtet, der einem Anfänger im Werk der Verführung des Menschen darüber Anweisungen erteilt, wie er recht zu verfahren habe. Der kleine Dämon hatte seinem Vorgesetzten gegenüber Sorge darüber geäußert, dass gerade besonders intelligente Menschen die Weisheitsbücher der Alten läsen und damit auf die Spur der Wahrheit kommen könnten. Screwtape beruhigt ihn mit dem Hinweis, der historische Standpunkt, zu welchem die Gelehrten der westlichen Welt durch die höllischen Geister glücklicherweise überredet worden seien, bedeute dies, »dass die einzige Frage, die man mit Sicherheit niemals stellen werde, die nach der Wahrheit des Gelesenen sei; statt dessen frage man nach Beeinflussungen und Abhängigkeiten, nach der Entwicklung des betreffenden Schriftstellers, nach seiner Wirkungsgeschichte und so fort.«1 Josef Pieper, der in seinem Traktat über die Interpretation diese Passage aus C. S. Lewis aufgenommen hat, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die in kommunistisch beherrschten Ländern veranstalteten Ausgaben etwa von Platon oder Dante den abgedruckten Werken jeweils eine Einleitung voranstellten, die dem Leser ein »historisches« Verständnis vermitteln und so die Wahrheitsfrage ausschließen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.